Alles über Unterricht, Lernmaterial und Lernwerkstätten von Niekao Lernwelten  
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Alles über Unterricht, Lernmaterial und Lernwerkstätten von Niekao Lernwelten

Werkstatt Strom - Endlich ging es los

9. März 2010

Heute war ein großer Tag. Die Werksatt Strom wurde eröffnet. Die Kinder waren so froh! Sie hatten mich über Tage geduldig beim Aufbau beobachtet und ich gebe zu, er war aufwändig. Auch auf den Versand der Batterien und Lämpchen mussten wir eine Weile warten. Doch heute war es wie immer, wenn die Kinder in der Arbeit stecken. Sie strahlten vor Begeisterung, Enthusiasmus, Neugierde und Entzücken. Ihre Forscherbücher beschrifteten sie mit Liebe zum Detail und ich kann nur immer wieder sagen, dafür lohnt sich jeder Aufwand. Die Kinder danken es uns und es ist die reine Freude, sie zu beobachten. Damit mir die Forscher und Entdecker in ihrem Eifer nicht alles durcheinander bringen, haben wir gemeinsam überlegt, wie sich das vermeiden lässt. So entstanden die Regeln auf dem zweiten Foto. Und so konnte ich mich entspannt zurücklehnen und nach Herzenslust fotografieren und mitexperimentieren.
Liebe Verena einen Versuch haben wir nicht hinbekommen. Wir wollten es in der Dunkelheit blitzen lassen und waren dafür sogar im gruseligen Schulkeller. Es hat nicht geblitzt. Ob das an der schwarzen Auflaufform lag? Vielleicht war die nicht aus Alu…
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Februar in Köln

1. März 2010

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Winter in Köln
Man mag es ja kaum glauben, aber so einen Winter, wie in diesem Jahr, hatten wir hier in Köln glaube ich zum letzten Mal, als ich selber ein Kind war. Eisige Kälte, tagelang Schnee, verschneite Landschaften und Kinder, die mit dem Schlitten unterwegs sind – ein schönes Bild. Ja, was soll ich sagen – auch wir mit unseren Zwillingen mittendrin.
Selbst über die Karnevalstage lag in Köln Schnee. Die Jungs - und wir Großen natürlich auch - hatten sehr viel Spaß beim Feiern und beim „Melle“ sammeln (übersetzt „Kamelle“ – Bonbons).
Wie es sich für echte Kölschen Kinder gehört, können sie mit ihren 20 Monaten auch weitere wichtige Wörter wie „Laun“ (übersetzt „Clown“) und „ala“ (übersetzt „Alaaf“).
Ich hoffe, ihr hattet auch alle einen tollen Winter und schöne Karnevalstage.

Eure Niekao-Autorin Verena

Und hier noch ein paar Karnevalsimpressionen, zusammengestellt aus meinem Fundus und euren Einsendungen. :O)

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Eure Steffi

Kreative Lektürearbeit - Zum Lesen verlocken

31. Januar 2010

Wie man eine Ganzschrift im Unterricht einsetzt, hängt wesentlich vom Entwicklungsstand der Kinder ab. In jedem Fall muss differenziert werden, damit die Leistungsheterogenität der Kindern nicht ihrer Leselust entgegenwirkt. Lautes Lesen im Klassenverband ist keine geeignete Methode, auf Lesen Lust zu machen. Denn es gibt sie in jeder Klasse, die langsamer lernenden Kinder, die durch einen Lesetext holpern und stolpern, die leiden und sich schämen. Und es gibt die anderen Kinder, die flüssig lesen, die sich langweilen und sich – wie man heute so schön sagt – für die langsameren Leser „fremdschämen“. Um zu freudigen Viellesern zu werden, sollten alle Kinder die Erfahrung machen, dass Buchlektüre spannend, anregend und unterhaltsam sein kann. In diesem Sinne entstand unser Lektürepaket in Zusammenarbeit mit Stefanie Neumann und der Erzählerin Daria Nitschke. Daria Nitschke ist Pädagogin, Puppenspielerin und Erzählerin. Sie liebt es, Geschichten zu erzählen oder vorzulesen und sie lebendig werden zu lassen. Sie hat selbst bereits Geschichten und CDs veröffentlicht und betreibt in Dortmund das Kindertheater „Die Märchenbühne“. Für Niekao Lernwelten hat sie die Ganzschrift “Joy und die Kummerwichte” professionell eingesprochen.

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Stefanie Neumanns Geschichte steckt voller lebendiger Dialoge, gespickt mit humorvollen Sprachspielereien, welche die Kinder zu eigenen kreativen Textproduktionen anregen. Neben diesem spielerischen Umgang mit Sprache steckt viel Weisheit in den Kapiteln, welche Joy durch das Jammerland führen. Schritt für Schritt lernt Joy sich selbst neu kennen, erstarkt und findet am Ziel der Reise neue Hoffnung. Diese wesentlichen Entwicklungsschritte Joys werden im umfangreichen Begleitmaterial zur Lektüre aufgegriffen. Die Kinder werden in zahlreichen Übungen dazu motiviert, sich in Joy hineinzuversetzen, zu Handlungen der Figuren Stellung zu nehmen, zu schlussfolgern und zu interpretieren. Bei der Konzeption der Arbeitsblätter wurden sämtliche im Lehrplan formulierten Lese- Schreib- und Sprachkompetenzerwartungen zugrunde gelegt und werden in der Auseinandersetzung mit dem Material trainiert. Neben der Sinnerfassung, dem kreativen Umgang mit Sprache und dem Verfassen eigener adressatengerechter Texte liegt ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung im lauten Lesen. Viele Textabschnitte werden in Partner- und Gruppenarbeit für den lebendigen und erfolgreichen Lesevortrag vorbereitet. So kann jedes Kind beim Lesevortrag glänzen und diesen als bereichernd und wohltuend empfinden. Eine ideale Voraussetzung, selbst einmal ein Vielleser zu werden.

Europa bei den Delfinen

16. Januar 2010

In unserer Schmökerkartei lernen die Kinder alle 45 Länder Europas kennen. Sie lesen darin in der Freiarbeit oder mit Partnern im Klassenunterricht. Gerne gebe ich den Kindern die Karten mit nach Hause. Sie haben dann die Hausaufgabe, die Angaben der Tabelle auf der Kartenrückseite in einen Fließtext zu verwandeln. Außerdem sollen sie mindestens ein bis zwei Fakten zum Land notieren, die sie erzählenswert finden. Die meisten Kinder nutzen die Links auf den Karten und lesen auch zu Hause auf ausgewählte Kinderseiten im Internet. Viele recherchieren freudig weiter und bringen sogar eigene Links mit. Täglich spielen wir in der Schule „Blitzlicht – Europa.“ Jedes Kind erzählt ein oder zwei Sätze zu dem Land, über das es gelesen hat. Dann ist das nächste Kind dran. Abwechselnd stehen Kinder an der Wandkarte und zeigen auf das Land, über das gerade erzählt wird. Wenn sie es nicht finden, leitet die Klasse sie mit dem alten Spiel „warm, wärmer, heiß…. oder eben kalt, kälter, eiskalt“ zum Ziel. Europa ist ein toller Kontinent. Bunt, lebendig, vielfältig und interessant. In der Arbeit mit der Werkstatt Europa erfahren die Kinder wesentliche Inhalte zur EU, deren Organe und Funktionen. Sie zeichnen Diagramme, vergleichen Daten und beschriften Karten. Eine schnelle Orientierung auf der Europakarte sowie die sichere und automatisierte Zuordnung von Ländern und deren Hauptstädten, Länderkennzeichen oder Beflaggung verinnerlicht sich am einfachsten spielerisch. Hierzu eignet sich unsere Spiele-Sammlung. Diese haben wir im Klassenverband laminiert und ausgeschnitten. Letzten Freitag haben wir dann zwei Stunden nur „gespielt“. :O)

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Herr Niemand und Frau Anderswo - Ein clowneskes Kindertheater über Obdachlose

2. Dezember 2009

Am 1. Dezember hat die Delfinklasse das Stück „Herr Niemand und Frau Anderswo“ gesehen, ein Kindertheater über Obdachlosigkeit.

Das kleine Zwei-Leute-Theater liegt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lothringen in Bochum Gerthe und teilt sich auf in den Theaterbereich und ein Café. Im Café haben die Kinder erst einmal gefrühstückt und wir Lehrerinnen bekamen einen guten Kaffee. Sehr locker, unkompliziert und freundlich regelte Birgit alle finanziellen Dinge, während Ralf die Kinder durch die Garderobe und an die Tische schleuste.

Das Stück war wunderbar. Gestik, Mimik, Bewegung und Gesang erreichten die Kinderherzen von der ersten Sekunde an. Ein Koffer mit Kleidungsstücken führte durch die Handlung und spiegelte die Lebenswelten und Erfahrungen der Menschen ohne Obdach. Er verwandelte Herrn Niemand und Frau Anderswo in Supermarktverkäufer, Briefträger, Pizzabäcker und Wachleute. In jeder Sequenz gab es etwas zu Lachen, es wurden Träume und Sehnsüchte fantasie- und gestenreich erzählt, es wurde miteinander und mit den Kindern gespielt und geteilt, Hunger wurde sichtbar, Freude über eine Sammlung Tüten wurde für die Kinder glaubhaft transportiert und damit begreifbar. Richtig spannend wurde es, als sich Herr Niemand und Frau Anderswo über Steppjacken in Wachdienstpersonal verwandelten. Und es erschreckte die beiden Schauspieler und uns Zuschauer, wie schwer es fiel, diese Jacken wieder abzustreifen….

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Die Idee, Umsetzung & Regie lagen und liegen bei Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht. Das Thema Obdachlosigkeit wurde weder plakativ von pädagogisch in den Vordergrund gestellt, sondern in eine Handlung voller Tempo und Bewegung integriert. Es blieb den Kindern überlassen, sich mit den Problemen der Menschen ohne Obdach auseinanderzusetzen, oder einfach nur das Stück zu genießen.

Heute haben wir in der Schule lange über Herrn Niemand und Frau Anderswo gesprochen. Gemeinsam haben wir zusammengetragen, was wir über Obdachlose erfahren haben. Wo und wie sie leben. Wie es soweit kommen kann, dass Menschen auf der Straße leben. Wie andere Menschen mit ihnen umgehen und wo Obdachlose Hilfe erfahren. Die Kinder haben hochmotiviert damit begonnen, Plakate zu gestalten. Um festzuhalten, was sie besonders bewegt hat und was sie anderen mitteilen wollen.

Ein Stück über Obdachlose für Kinder? O ja, es öffnet ihre Augen und Herzen. Es lehrt sie Verantwortung zu übernehmen. Für sich und auch für andere.

Das Kinder- & Familientheater Traumbaum nimmt die Ansprüche seiner kleinen Zuschauer so ernst, dass seine Stücke auch für Erwachsene ein Genuss sind.

Freedownload - Materialien zur Vorbereitung der Beratungsgespräche zum Übergang auf die weiterführende Schule

15. November 2009

In fast allen Bundesländern müssen aktuell wieder die Beratungsgespräche über die weiterführende schulische Laufbahn der Viertklässler geführt werden. Wenn in den ersten drei Schuljahren vor dieser anstehenden Entscheidung eine partnerschaftliche und zu jeder Zeit transparente Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus gelebt wurde, mündet die Grundschulempfehlung in der Regel auch in eine Übereinstimmung mit dem Wunsch der Eltern und Kinder.

Steigende Bildungserwartungen und die Sorge der Eltern, mit der getroffenen Schulwahl ihrem Kind Chancen zu verstellen, führen jedoch zu einer immer größer werdenden Gruppe von Kindern, welche auf eine Schullaufbahn geraten, die sie überfordert und gravierenden Misserfolgen aussetzt. Dabei müssen Jungen doppelt so häufig ein Schuljahr wiederholen bzw. als Rückläufer vom Gymnasium auf die Realschule oder von dieser auf die Hauptschule wechseln wie Mädchen. (Quelle: Die Welt 2001)

Vor diesem Hintergrund gilt es, fundierte Beratungsgespräche zu führen. Die tatsächlichen Fähigkeiten des Kindes, seine soziale Entwicklung sowie seine Lern- und Arbeitshaltung sollten aus dem Blickwinkel aller Beteiligten wahrgenommen und im Gespräch analysiert werden. Ein solches Vorgehen verspricht gute Chancen, gemeinsam eine Schulform auszuwählen, in der sich das Kind weiterhin positiv entwickelt, weil es ihm gut geht.

Das Team der Niekao Lernwelten hat für Lehrer, Eltern und Schüler inhaltsgleiche Fragebögen entwickelt, die sich lediglich in ihrer Ansprache voneinander unterscheiden. Mit Hilfe dieser Fragebögen können Eltern die Leistungen, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale ihrer Kinder einschätzen. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, Aussagen zu treffen und ebenfalls zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu gelangen. Die Einschätzungsbögen aller Beteiligten – Kind, Eltern, Lehrer/In – bilden die Grundlage für ein fundiertes Beratungsgespräch.

Eine Einladung zum Beratungsgespräch sowie ein Bogen zur Notation der Ergebnisse erfolgter Leistungskontrollen und erreichter VERA-Niveaustufen komplettieren das Paket. Aus gegebenem Anlass hier zum Freedownload.

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Basteln im Herbst mit Kastanien und Co

31. Oktober 2009

Passend zur Jahreszeit hatten die Delfine am 29. Oktober einen Herbstbasteltag. Es wurde gehämmert, geklebt und ich selbst bohrte auf Anweisung etwa 1000 Löcher in die Früchte des Waldes.
Viele fantasievolle Herbstwesen bevölkerten schon bald den Klassenraum. Es entstanden Eichelschlangen, Kastanienmonster und Tannenzapfendrachen. Der große Zapfendrache ist eine Gemeinschaftsarbeit von Antonia, Marlene und Lisa. Sie haben ihn mir geschenkt. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Für meine nächste Klasse. Ob das vielleicht mal eine Drachenklasse wird?
Vielen Dank, Ihr Lieben!!!

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Bericht von der SMA 3 in Mataram

21. September 2009

WILLST DU WAS BEWEGEN, MUSST DU DICH BEWEGEN

Diesen Satz hörte ich hier von einer Kollegin aus Hamburg. Es hat sich viel für mich bewegt.
Anbei ein paar Fotos von einem Deutschunterricht in der 10.Klasse der SMA 3 in Mataram. Meine ersten ehrenamtlichen Unterrichtsstunden dort waren völlig unvorbereitet. An meinem ersten Tag in der Schule wurde gerade eine Deutscholympiade durchgeführt, d. h. alle Schulen in Lombok an denen Deutsch unterrichtet wird, hatten zwei Schüler zu dieser Olympiade geschickt. Die jeweils besten zwei Schüler durften zur Landesolympiade nach Jakarta fahren. Da die Deutschlehrerin mit der Organisation sehr beschäftigt war, wurde ich sofort ins kalte Wasser geworfen und sollte drei Klassen ohne Vorbereitung unterrichten.
Vertretungsunterricht in einem fremden Land, in einer fremden Sprache, in einer fremden Schulstufe!! Am Anfang habe ich ganz schön geschwitzt: Meine ersten Unterrichtsstunden in Indonesien! Ich wusste nicht, auf welchem Stand die Schülerinnen und Schüler sind und hatte keine Medien dabei. Was macht man in einem solchen Fall? Sich unterhalten! Dazu stellte ich erst einmal den Klassenraum zur Überraschung aller in Kreisform um, für mich die beste Sitzordnung, um ein Gespräch zu führen. Offenbar war es sehr ungewohnt für die Schülerinnen und Schüler, aber es gefiel ihnen. Die ersten beiden Klassen hatten verhältnismäßig wenig Deutschkenntnisse, daher war es mit einer Unterhaltung schwierig. Was tun in einem solchen Fall? Den Körper hat man immer dabei, und so folgten Wortschatzübungen zum Körper. Auf Wunsch der Schüler nahm ich die Farben hinzu. Die deutschen Fußballclubs waren ebenfalls Thema. Insgesamt hatten wir sehr viel Spaß.

Drei Tage später sollte ich in einer anderen Klasse unterrichten. Mit dem Kollegen hatte ich das Thema „Schulsachen“, abgesprochen, das laut Curriculum durchzunehmen war. Hier kann ich wieder von Glück sagen, dass ich die Niekao Materialien hatte. Habe das Layout des Englischmaterials übernommen, die Fotos zu den Schulsachen waren schnell gefunden. Zur Vorbereitung war nicht viel Zeit, da ich zur gleichen Zeit auf Wunsch des Schulamtes auch an der Grundschule mit internationalem Standard tätig bin, ebenfalls
ehrenamtlich. Am Abend zuvor wollte ich die Materialien ausdrucken, und dann passierte das, was in solchen Fällen hier passiert:Stromausfall!! Wie lange so ein Stromausfall dauert, weiß man nie so genau. Also packte ich meinen Drucker ein, setzte mich ins Taxi und fuhr in mein Stammrestaurant. Dort druckte ich die Arbeitsmaterialien aus. Zu Hause laminierte ich alles und schnitt die benötigten Spiele für die Gruppenarbeit aus. Um 1.00 Uhr nachts war ich fertig und fiel völlig erschöpft ins Bett. Die Arbeit sollte sich lohnen. Schüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, wie toll alle mitgemacht haben. Der Lehrer war sehr erstaunt, wie schnell die Schüler die neuen Vokabeln beherrschten. Er erzählte mir, dass die Schüler noch nie mit solchen Medien gearbeitet hätten und will in jedem Fall die Methode kopieren. Der Erfolg dieser Stunde hatte sich schnell in der Schule herumgesprochen. Nun wollen auch die Lehrer mit mir deutsch lernen. Dies wurde von dem Englischlehrer der Schule organisiert. Er sprach mich letzte Woche an und meinte, er habe meinem Unterricht zwar nicht beigewohnt, habe aber die fröhlichen und zufriedenen Gesichter der Schüler gesehen. Morgen habe ich das erste Treffen mit den Lehrern. Es fasziniert mich sehr, wie aufgeschlossen die Kollegen hier sind, Neues zu lernen.

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Zum Schluss noch ein Anliegen, ich würde gerne einen Emailaustausch in Deutsch mit Schülerinnen und Schülern der SMA3 in Mataram und Schülerinnen und Schülern in Deutschland vermitteln. Bei Interesse
meldet euch bitte bei mir.

Eure
Gabriela

Unterrichtsmaterialien auf Reisen

13. September 2009

Lombok, 05.09.09

Niekao Werkstatt in  Lombok

Die  große Begeisterung über die „Plättchen in der Hand“ in Segenter motivierte mich, weiteres Material herzustellen. Ein Kostenüberschlag ergab allerdings sehr schnell, dass es ziemlich teuer werden würde, die Materialien in Geschäften drucken und  laminieren zu lassen. Ich selbst bin nicht mobil und bewege mich weitgehend mit Taxi oder dem Bemo, einem Sammeltaxi fort, wobei ich lange Strecken mit dem Taxi fahre. Alles zusammen ist auf Dauer ziemlich kostspielig und zeitaufwendig. Daher beschloss ich, einen Farbdrucker und ein Laminiergerät zu kaufen. Für die Beschaffung der weiteren Materialien, Papier, Lamiertaschen, neue Tinte etc. benötige ich die Hilfe von Freunden, eine Lernaufgabe für mich, da ich gewohnt bin, alles selbst zu erledigen.
Mein Herz jubelte, als ich die ersten Materialien in einer wunderbaren Qualität ausdrucken und laminieren konnte. Sehr schnell waren über 100 Seiten hergestellt, mittlerweile über 300 Seiten. Da es mir zu langweilig war, zu Hause die Materialien auszuschneiden, nahm ich sie in mein Lieblingsrestaurant mit. Es ist einfach wunderbar im Freien in Begleitung des Meeresrauschens Niekaos Rechenraupen, Rechenraketen, Zauberdreiecke, Zauberquadrate etc. auszuschneiden. Sehr schnell interessierten sich Angestellte und Besitzer für meine Arbeit und  brüteten über den Lösungen. Die Zauberquadrate zogen alle in den Bann und sind eine harte Nuss. Jefta Hariadi, der Besitzer des Restaurants fand als erster eine Formel zur Lösung der Zauberquadrate. Offen gestanden bin ich noch am Knobeln, finde die Lösung nur durch Ausprobieren. Jefta gab mir allerdings einen entscheidenden Tipp, so dass ich die Aufgaben nun auch rasch lösen kann, aber ich habe noch nicht verstanden, warum das so ist. Bin noch am Brüten. Im Augenblick versucht Jefta mit Freunden den Zauberquadraten Nr. 2 auf die Spur zu kommen, und es ist gleich Mitternacht. Eine spannende Angelegenheit!
Zum Ausschneiden komme ich allerdings nicht mehr, weil das vom gesamten Staff des Restaurants übernommen wird. Es ist eine große Freude zu erleben, mit welcher Begeisterung die Menschen mich hier unterstützen. Dafür bin ich allen von ganzem Herzen dankbar.
Ohne die Materialien von Niekao könnte ich meine Aufgabe in Indonesien nicht fortsetzen. Daher möchte ich dem ganzen Team von Niekao an dieser Stelle meinen besonderen Dank für die kostenlose Bereitstellung der Materialien aussprechen.
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Es gibt noch etwas Neues, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Besuch in einem traditionellen Sasakdorf in Lombok

27. August 2009

Meine Zeit mit den Kindern der Oase war wunderbar und ich habe gespürt, dass ich in Indonesien einiges bewegen kann und will. Tolle Menschen begleiten mich dabei dabei. So zog es mich weiter in ein traditionelles Sasakdorf, das ich seit 1992 kenne.
Bei meinem ersten Besuch 1992 gab es in dem Dorf kein Wasser und keinen Strom. Die Dorfbewohner mussten ca. 6 km weit laufen, um sich zu waschen.
Einmal in der Woche nahmen die Bewohner diesen Fußmarsch auf sich, und wenn sie zu Hause ankamen, waren sie wieder staubig. Bei meinem letzten Besuch 1994 hatte das Dorf einen Wasseranschluss bekommen. Es gab einen Waschraum für Männer und Frauen. In dem Waschraum der Frauen entdeckte ich damals einen Luffaschwamm und erkundigte mich, wo man den kaufen könne. So fragt halt jemand, der den Luffaschwamm in Deutschland im Reformhaus kauft. Zu meinem Erstaunen erfuhr ich, dass die Luffaschwämme hier auf Bäumen wachsen, und sofort kletterten Menschen auf einen Baum, und ich konnte mich vor Luffageschenken kaum retten.
In dem Dorf gab es damals kein Geschäft und keine Schule. Nur wenige Kinder besuchten eine Schule, da sie sehr weit laufen mussten. Das Faszinierende für mich war die Sauberkeit in dem Dorf. Es lag kein Abfall herum, was hier sehr ungewöhnlich ist.

Letzte Woche besuchte ich das Dorf nach fünfzehn Jahren wieder.
Außerhalb des Dorfes hat sich einiges verändert. Es gibt einen sehr einladenden großen Vorplatz und eine Schule. Im Dorf selbst ist alles so geblieben, wie ich es von früher kannte. Zu meinem Erstaunen erkannten mich einige Menschen und erinnerten sich, dass ich damals immer Shampoo mitgebracht hatte. Das hatte ich natürlich auch diesmal wieder im Gepäck, und es war sehr berührend zu erleben, wie sich die Kinder über ein Tütchen Shampoo freuten. Ich konnte beobachten, wie alle sehr darauf achteten, dass alles gerecht verteilt wurde. Es gab keinen Zank und Streit. Neid und Missgunst scheint es in dem Dorf nicht zu geben.
Gegen Ende meines Besuches schaute ich mir die Schule an. Sie wurde von Holländern gesponsert und sieht aus wie alle Schulen hier. Ein lang gezogenes Gebäude mit Tafel, braunen Tischen und Stühlen, sowie einem Bücherschrank in den Klassen.
Zu Hause angekommen hatte ich die Idee, der Schule Materialien von Niekao zu schenken. In einem Internetcafe druckte ich die „Plättchen in der Hand“ aus und laminierte sie in einem Laden.
Fünf Tage später hatte ich wieder die Gelegenheit, ins Dorf zu fahren.
Dieses Mal erlebte ich etwas ganz Besonderes - eine traditionelle Sasaktaufe und wurde Taufpatin des 5 Tage alten Mädchens Hikma. Es war ein sehr ergreifender Moment für mich, dieses neu geborene Menschenkind während der Zeremonie in den Armen zu halten. Hikma bekam aus einem Naturstoff einen braunen Punkt auf Stirn und Hals zum Schutz vor bösen Geistern, damit sie in ihrem irdischen Leben nicht gestört werde.
Nach einem köstlichen Essen, das alle Frauen des Dorfes gekocht hatten, war es wieder Zeit, Geschenke zu verteilen. Ein Kind benutzte das Shampoo als Haarstyling, ein anderes verwechselte die Seife mit einer Süßigkeit und biss hinein. Ich kam nicht auf die Idee, die Anwendung von Shampoo und Seife zu erläutern.
Die „Plättchen in der Hand“ von Niekao waren der Hit. Erwachsene wie Kinder erfreuten sich, die fehlenden Plättchen zu ergänzen. Mangels roter Plättchen benutzten wir Steine als konkretes Material. Es war faszinierend wie schnell und ohne Erklärung das Prinzip der Selbstkontrolle, das ja ein elementares Montessoriprinzip ist, von allen begriffen und angewandt wurde.
Mögen euch die Fotos in eine Welt ohne technischen Fortschritt, aber in eine Welt glücklicher Menschen einladen.

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Liebe Grüße
eure
Gabriela

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