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Alles über Unterricht, Lernmaterial und Lernwerkstätten von Niekao Lernwelten

Lernlandschaften – innovatives Unterrichtsmaterial für den differenzierenden und individualisierenden Unterricht

27. Januar 2012

Teil 2: Basisanforderungen an das Unterrichtsmaterial “Lernlandschaft”

 

Vorab noch einmal: Unser Prozess, didaktisch und methodisch durchdachtes und praxisnahes Unterrichtsmaterial zu entwickeln und zu erproben, ist noch nicht abgeschlossen. Es handelt sich um einen offenen Prozess, der weiterhin läuft und permanent optimiert bzw. an die realen Anforderungen des Unterrichts angepasst wird. Grundlegende Schritte hierzu wurden mit den Versuchen der Anwendung der Methode der “Zwicky Box”, des “fundamentalen Attributierungsfehlers” etc. unternommen. Diese Schritte sind maßgeblich dafür verantwortlich, im Verlauf des ersten Schuljahres die für das Arbeiten in Lernlandschaften grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten des einzelnen Schülers und des Klassenverbandes als Lerngruppe anzubahnen. Der Umgang mit der Selbst- und Partnerkontrolle, das Arbeiten in Förderbändern, die Zusammensetzung der Gruppentische nach Lerntypen, die Fokussierung auf die Lern- und Arbeitshaltung: All dies bildet die Grundlage, dass Unterricht in Lernlandschaften möglichst friktionsfrei erfolgen kann.

Im Folgenden nun einige Grundüberlegungen:


Um dem Anspruch der Differenzierung zu genügen, haben wir den PDCA-Zyklus als Referenzmodell herangezogen. PDCA meint “Plan-Do-Check-Act” und ist einer der wesentlichen Bausteine von kontinuierlichen Verbesserungsprozessen in modernen Management-Modellen. Das Denken und Handeln im PDCA-Modell basiert im Wesentlichen auf einer genauen Analyse der Ausgangssituation im Hinblick auf das zu erreichende Ziel. Übertragen auf das Unterrichtsmaterial “Lernlandschaften” und die Anforderung “Differenzierung” steht “P” für den Eingangstest. Dabei entspricht der Eingangstest zu 100 % dem Abschlusstest, also dem Ziel der Lerneinheit bzw. dem, was die Kinder im Verlauf der Lerneinheit lernen sollten.

Die Ergebnisse aus dem Eingangstest sind die Basis für die Einordnung der Kinder in die jeweilige Einstiegsgruppe. Die Intention dabei ist, dass wir jene Kinder, die bereits viel können, nicht durch zu leichte Aufgaben permanent unterfordern wollen. Im Umkehrschluss natürlich auch jene Kinder, die bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten noch nicht nachweisen konnten, nicht permanent überfordern wollen. Eine Einstiegsgruppe entspricht dabei immer wieder einem Teil der Lernlandschaft. Das kann je nach Gestaltung und Motto der Lernlandschaft ein Dorf, eine spezifischen Landschaft, eine Übung im Trainingscamp bei den Außerirdischen oder auch eine Wasserwelt oder Blumenwiese sein. Allen Lernlandschaften ist gleich, dass die gesamte Lerneinheit in einzelne Lernmodule untergliedert ist und in jedem Modul lernt und trainiert das Kind eine besondere Fertigkeit und Fähigkeit.

Mit der Auswahl des spezifischen Landschafts- bzw. Lernmoduls und der Einordnung in eine Einstiegsgruppe sind wir schon mal der Anforderung an Differenzierung sehr nahe gekommen. Doch häufig – oder besser – in der Regel reicht die Einordnung in eine Einstiegsgruppe noch nicht aus. Beispielsweise können einige Kinder bereits die Addition über den Zehner, haben aber noch Probleme mit Platzhalteraufgaben. Sie sind zwar in der richtigen Einstiegsgruppe, aber mit manchen Aufgabentypen noch überfordert. So wurden sämtliche Lernmodule unseres Unterrichtsmaterials “Lernlandschaft” nochmals in individuelle Trainingseinheiten untergliedert. Das Unterrichtsmaterial in den Lernlandschaften ist nach 1- bis 3-Sternchen-Aufgaben unterteilt. Jedes Kind einer Einstiegsgruppe erhält nach dem Abschluss des Eingangstests einen individuellen Trainingsplan. Dieser Schritt entspricht im PDCA-Modell dem Punkt “D” – Do – es geht also in die Arbeit, ins Tun. Differenziert nach Lernerfordernis mithilfe der Einstiegsgruppe und individualisiert nach dem Anforderungsgrad (Sternchen).


 


Die Kinder bewegen sich innerhalb einer Trainingseinheit relativ frei durch das Material. Hierfür notwendig ist natürlich eine positive Lern- und Arbeitshaltung. Diese wird allerdings automatisch dadurch gestützt und gefördert, dass jedes Kind auf seinem individuellen Niveau gefördert und gefordert wird. In der Praxis heißt das: Die Kinder, und zwar alle Kinder, arbeiten wie der Teufel und freuen sich am Lernerfolg. Visuell unterstütz durch den Wanderpass/Trainingspass, der die Sammelleidenschaft der Kinder anspricht, wird jede abgeschlossene oder durchwanderte Lerneinheit im Wanderpass dokumentiert und sogar auf einer gesonderten Tabelle dokumentiert. Jede Lerneinheit besteht in der Regel aus drei bis fünf Teilaufgaben, wiederum unterteilt in zwei bis drei Anforderungsklassen. So ist es also möglich, das ein Kind in einer Einstiegsgruppe sich von den leichten hin zu den schwierigen Aufgaben durcharbeitet oder in unterschiedlichen Lerneinheiten nur spezifische Aufgaben einer Anforderungsstufe bewältigt. Die Entscheidung, was für das Kind gut und förderlich ist, entscheidet die Lehrkraft selbst und im Dialog mit dem Kind. Jede Lerneinheit wird mit einer Standortbestimmung – sprich einem kurzen Zwischentest – abgeschlossen, und zwar dann, wenn sich das Kind in der Lage fühlt, den Zwischentest erfolgreich zu bestehen. Die Zwischentests werden nicht im Klassenverband geschrieben, sondern individuell nach Bedarf. Aufgrund der Enge im Klassenraum sitzen die Kinder, die einen Zwischentest machen dürfen, bei meiner Frau unter der Tafel auf Kissen – auf dem heißen Stuhl. Im PDCA-Modell entspricht das dem Schritt “C” – Check. Hier wird geschaut, ob das einzelne Kind bereit ist, auf das nächst höhere Level oder zur nächsten Lerneinheit/Landschaft zu wechseln.

Ein weiteres Merkmal der Differenzierung des Unterrichtsmaterials innerhalb der Lernlandschaft bilden die Hausaufgaben. Auch diese sind nicht für jedes Kind dieselben, sondern für jede Lerneinheit gibt es spezifische Hausaufgaben.

Abgeschlossen wird die Lernlandschaft mit einem für alle Kinder gleichen Abschlusstest, der, wie bereits gesagt, dem Eingangstest zu 100 % entspricht. In unseren Fall ist es in der Regel der Test, der auch in den anderen Klassen geschrieben wird. Man möchte ja gerne (wer weiß warum) die Vergleichbarkeit und Transparenz gesichert wissen. Allerdings haben die Lehrer mit dem Unterrichtsmaterial der Lernlandschaft nunmehr den Vorteil, nicht nur die Note zu vermerken, sondern den weitaus wichtigeren Lernfortschritt messen zu können. Dies entspricht im unserem Modell dem Schritt “A” – Act – und bildet somit nicht nur das Ergebnis des gesamtem Lernprozesses ab, sondern ist gleichzeitig auch die Basis zur Feststellung des weiteren Forder- oder Förderbedarfs sowie eventuell vorhandener Lernhandicaps.

Nun kann man vermuten, dass die schnellen und klugen Kinder sehr früh durch die Lernlandschaft gewandert sind, die nur schnellen Kinder kaum etwas gelernt haben, die langsam und klugen Kinder wieder einmal hinterherhinken und bummeln und die nur langsamen Kinder nichts gelernt haben. Dem ist aber nicht so. Dadurch, dass die Kinder auf ihrem individuellen Niveau optimal gefordert und gefördert werden, das Material durch die integrierte Selbst- und Partnerkontrolle stetig positive Rückmeldungen liefert und somit die Lernfreude durch Lernerfolge bestärkt, die Sammelleidenschaft durch den Wanderpass für jedes Kind einzeln und auf der Gesamttabelle über alle Kinder dokumentiert und visualisiert wird, sind alle Kinder – wirklich alle Kinder – selbst Kevin, der bislang lieber im Vorhang hing und Tarzan spielte, freudvoll tätig. Mehr noch: Selbst schwächere Kinder blühen auf, wenn sie auf der Gesamtliste sehen, dass sie die meisten erledigten Trainingseinheiten aufweisen. Was kann ein positiveres Feedback für diese Kinder sein? Sie werden für ihren Fleiß und für ihren individuellen Erfolg belohnt.

Lernlandschaften – innovatives Unterrichtsmaterial für den differenzierenden und individualisierenden Unterricht

27. Januar 2012

Teil 1. Grundüberlegungen zum Unterrichtsmaterial “Lernlandschaft”

 

Der Fokus der Bildungsreformen im letzten Jahrzehnt lag und liegt weiterhin insbesondere auf den Kindern als Lerner. Die Rolle und Funktion von Lehrern wird mehr oder weniger ausgeblendet. Fakten werden geschaffen und Schule und Lehrer müssen sehen, wie sie mit den neuen Anforderungen klarkommen. Die neuen Anforderungen, egal ob Inklusion, jahrgangsübergreifender Unterricht, offene Eingangsstufe, Auflösung von Schulgrenzen, das Hohelied auf Differenzierung und Individualisierung und verschiedene landesspezifisch weitergehende Reformen führen dazu, dass die Homogenität von Lerngruppen weiter zurückgeht und somit die Anforderungen an die Lehrer, die Lernprozesse und die Unterrichtsorganisation eine immer höhere Variabilität erfordern. In einem anderen Blogbeitrag habe ich das einmal als “seriellen Unikatprozess” beschrieben, abgeleitet von der “seriellen Unikatfertigung”. Wie können Prozesse, hier Lernprozesse, so gestaltet werden, dass in Serie Unikate entstehen? Übertragen auf die Schule eben in Serie (Schule), differenziert (Unterricht), individuell (einzigartig), Kinder (Unikate) unterrichtet, gefordert und gefördert werden können?

In der industriellen Produktion haben wir solche Herausforderungen oftmals mit chaotischen Prozessen verglichen. Die Hauptanforderungen an den Menschen als Koordinator der Leistungserstellung liegt in seiner Fähigkeit, zu jeder Zeit im Chaos den Überblick zu behalten. In der industriellen Fertigung haben wir dies bspw. mit Barcodes geschafft. Die Barcodes auf den Einzelteilen enthalten sämtliche Informationen, die im abschließenden Prozess (Endfertigung) benötigt werden, um das individuelle Produkt (Unikat) zu fertigen. Solche Barcodes gibt es allerdings noch nicht für den Unterricht. Die aktuellen Lehrwerke enthalten nur rudimentäre Möglichkeiten zur Gestaltung eines differenzierenden und individualisierenden Unterrichts. Methoden zur Feststellung individuell benötigter Lerninhalte, des aktuellen Lernfortschritts sowie die Identifikation passfähiger Unterrichtsmaterialien (Womit lernt ein Kind besonders gut und motiviert?) sind weitgehend unerforscht.

Die Lehrer werden weiterhin gezwungen, mit ihrem Unterricht einen Teil der Kinder permanent zu über- und einen anderen Teil der Kinder zu unterfordern. Die Gefahr von Über- und Unterforderung nimmt dabei noch stetig zu, da die Lerngruppen zunehmend heterogener zusammengesetzt sind. Unterricht wird zum “Muddeling Through”, der Lehrer wurstelt sich so durch den Tag, vergleicht die Lernleistung der aktuellen Lerngruppe mit vorhergehenden, wird oftmals frustriert, demotiviert und ist als Lehrer nicht selten selbst permanent überfordert. Ähnliches gilt natürlich auch für die Lerner. Frustration steigt, Unruhe entsteht und nicht selten fallen Kinder durch die Maschen. Mitziehen ist die Devise, kein Kind darf sitzenbleiben und der Frust bei Lehrern und Schülern steigt. Die Gefahr dauerhafter Fehlforderung führt bekanntlich nicht selten zum Phänomen des Burn-out oder auch des Bore-out. Auf Deutsch: Die in den Reformen unzureichend berücksichtigte Rolle und Funktion von Lehrern, fehlende Methoden, veraltetes und für die Anforderungen an einen differenzierenden, individualisierenden und nunmehr auch inkludierenden Unterricht wurden nicht bzw. nur unzureichend geschaffen und zu leiden haben darunter sowohl die Lehrer als auch die Schüler. Die Hoffnung, dass irgendwann einmal alles von selbst gut wird, mag den Bildungspolitikern als Berufsoptimisten helfen. Kinder und Lehrer bleiben bei einer solchen Politik auf der Strecke.

Und dann hörten wir im August 2011 von den Lernlandschaften als neue Eier legende Wollmilchsau und haben uns mit dem Konzept auseinandergesetzt. Ui ui ui – was für ein Tiefschlag. Alles was wir dazu herausfanden – und wir haben nicht schlecht gesucht –, war alter Wein in neuen Schläuchen. Sloganeering in Reinkultur. Da der Begriff allerdings wirklich sehr schön ist, haben wir in den letzten sechs Monaten sehr intensiv an unseren Niekao - Lernlandschaften oder an dem Konzept “Lernen in der Landschaft” gearbeitet und sind nunmehr so weit, das Konzept hinter dem Begriff vorstellen zu können. Mehr noch: Wir arbeiten mit den Lernlandschaften und sind begeistert von der Mächtigkeit der Unterrichtsmethode. Also lasst euch überraschen und verfolgt die neue Reihe in unserem Blog “Lernlandschaften – innovatives Unterrichtsmaterial für den differenzierenden und individualisierenden Unterricht”.

Steffi und Udo Kiel

Contra Lerntypen

26. November 2011

Erst vor kurzem haben wir uns ausgiebig der Frage der “Lern- und Kompetenztypen” gewidmet. Insbesondere unter dem Aspekt, ob und wie ein differenzierender und individualisierender Unterricht in der Praxis auf solche Lern- und Kompetenztypen eingehen sollte. Wir haben Modelle vorgestellt, mit dem man relativ einfach, sowohl Lerntypen als auch Kompetenztypen “erkennen” kann. Und nun das! Vor kurzem erschien ein Artikel an der ETH Zürich, der sich ausgiebiger mit den internationalen Erkenntnissen der Lernforschung zu den Thema Lerntypen, Lernstilen und Denkstile sowie der Lerneffektivität durch “Verzahnung” von Lerntyp und Material (komischerweise nicht Didaktik) auseinandersetzte. Allein die parallele Nutzung der Begriffe Lerntyp, Lernstil und Denkstil (und dann noch Kompetenztyp) belegt demnach die wissenschaftliche “Unreife” dieser Wissensdomäne. Mehr noch, die zahlreichen Messmethoden und die daraus abgeleiteten Analysen, wären nach den Autoren, Zeuge eines grundlegenden Problems (der wissenschaftlichen Unschärfe?). Auf den Punkt gebracht - nirgendwo auf der Welt gibt es valide wissenschaftliche Erkenntnisse für die “Verzahnungs- Hypothese”. Demnach lernen Kinder nicht besser, wenn Sie mit spezifischen - auf ihren Lerntyp abgestimmten Material versorgt werden.

So weit so gut! Für die Wissenschaft zählt nun mal nur das, was man messen kann und eine Herausforderung besteht darin, erst einmal das richtige Messinstrumentarium, für den jeweiligen Messzweck zu entwickeln und dann noch richtig einzusetzen. Fakt ist, dass “Lernen” sicherlich nicht nur auf einer Kompetenzbahn erfolgen kann, sondern immer eine Gefügeleistung aus unterschiedlichen Impulsen darstellt. Es geht vielleicht gar nicht primär um die Verzahnung von Lerntyp und Material. Vielleicht erleichtert die Berücksichtigung von Lerntyp und Material den Einstieg, generiert eine positive Lernhaltung und bedingt somit die Bereitschaft sich mit anderen Material und anderen Zugangswegen (Entdeckerfreude) zu beschäftigen. Lernen lernen auf monokausale Zusammenhänge zwischen einem Lerntyp und einem spezifischen Lernmaterial zu reduzieren, greift meiner Meinung nach zu kurz. Insofern sind die Ergebnisse aus der internationalen Lernforschung, die gerade den Beweis eines monokausalen Zusammenhangs versuchen, wichtig für die Wissenschaft aber relativ vernachlässigbar für die Praxis. Aber danke, dass nahezu bewisen ist, was man in der Praxis seit langer Zeit “gefühlt wusste”.

Da es nun mal auch noch die Dinge gibt, die wissenschaftlich nicht gemessen werden können oder vielleicht nicht im Messkonzept betrachtet werden, sich später (nach der Messung) ergeben und trotzdem einen positiven Effekt auf Faktoren, wie Lernhaltung, Arbeitsmoral, Motivation, Engagement und Beherrschbarkeit haben - bleiben wir dabei, dass Unterricht zumindest in Grundschulen Lern- und Kompetenztypen stärker berücksichtigen muss. Wir haben mit Hilfe der “Zwicky-Box” versucht, den Unterrichtsprozess bis hin zu Besetzung der Gruppentische nach solchen Lern- und Kompetenztypen auszurichten. Dabei ging es prinzipiell sowohl um die Frage der “Differenzierung” von Material für die einzelnen Tische “Tiger, Löwen, Elefanten, Strauße oder Giraffen”. Aber mehr noch, um die Förderung der Lernhaltung - also der Bereitschaft sich motiviert und engagiert mit dem Lerninhalten zu beschäftigen, durch Erfolg die Freude am Lernen zu wecken und somit die Lernhaltung oder präziser die Lern- und Anstrengungsbereitschaft zu stimulieren und zu trainieren. Nach einem halben Jahr sind über 80% der Schüler ihren “Safari-Tischen” dauerhaft entwachsen und tummeln sich in der großen Gruppe der “Delfine” - einer Art, die sich durch Lernfreude, Zusammenhalt und einer großen Portion sozialen Empathievermögens auszeichnet.

Liebe Lernforscher in Europa und Übersee - vielleicht widmet ihr euch mal dem Aspekt der Förderung der Lernhaltung durch Berücksichtigung von Lern- und Kompetenztypen. Eure Ergebnisse würden mich sehr interessieren.

Hier noch der link zum Bericht der ETH Zürich

 

 

Shop-Aktionen 42 KW 2011

20. Oktober 2011

Auch diese Woche gibt es ein paar Interessante Neuigkeiten im shop:

Erstens unser Gratisdownload Ein Igeldomino

Diese Woche gibt es zudem wieder zwei Sonderangebote, mit einem Rabatt von 50% - aber nur für eine Woche und nur, wenn man den Gutscheincode auf unserer Niekao-Freunschaftsseite auf Facebook

findet

 

Diese Woche für Schnäppchenjäger:

“90 Schreibschriftfächer Training vereinfachte Ausgangsschrift” für die Klassen 2-4

Kinder, die ökonomische Buchstabenverbindungen in Klasse 2 nicht richtig gelernt haben, flunkern sich auch in Klasse 3 und 4 noch unökonomisch durch die Wortbilder. Das wiederum steht einer Schreibautomatisierung entgegen, die dann jedoch notwendig ist, um sich auf die Rechtschreibung und Textinhalte zu konzentrieren. Für diese Kinder habe ich diese Schreibschriftfächer entworfen. Sie eignen sich zur vertiefenden Übung in Klasse 2 oder für den Förderunterricht in Klasse 3. Das Material ist  zum Selbstausdruck.

 

Und als Zweites Schnäppchenangebot

Förderung der visuellen Wahrnehmung – Raumlage, Wahrnehmungskonstanz Doppelbilder

Übungsmaterial ab Klasse 1

Angeboten wird eine Kartei zum Selbstausdruck, bestehend aus 40 doppelseitigen Karteikarten im Format A5 auf 20 Seiten. Für die Hand der Kinder gibt es einen Laufzettel. Auf jeder Karteikarte befinden sich mehrere Grafiken. Es gilt, diejenigen Grafiken zu markieren, welche doppelt vorhanden sind. Die Doppelbilder erscheinen wahlweise in unterschiedlicher Größe oder auch seitenverkehrt.

 

 

Die Lernlandschaft für Nomen

14. Oktober 2011

Unsere Lernlandschaft zum Themenfeld Nomen wurde für Kinder der Klasse 2 entwickelt. Die Lernlandschaft besteht aus vier Lerneinheiten (Häuser) mit jeweils drei bis fünf aufeinander aufbauenden Angeboten (Zimmer) mit Selbstkontrollmöglichkeit sowie weiterführender Schreibaufgabe. Zu jeder Lerneinheit gibt es eine Lernzielkontrolle, welche die erarbeiteten Inhalte abfragt. Begleitet wird die Lernlandschaft durch einen Laufzettel für die Hand der Kinder und Plakaten zu den in der Lernlandschaft erarbeiteten Merksätzen. Einerseits zur guten Orientierung der Kinder in der Lernlandschaft können die Kinder sich auf Plakate zur Standortbestimmung eintragen (hier lerne ich gerade). Andererseits bieten diese Plakate für uns Lehrkräfte eine Plattform zur Orientierung, welches Kind sich gerade wo befindet. Am Ende einer Lerneinheit können sich die Kinder in Tabellen (das fiel mir leicht - ich kann dir helfen) eintragen und stehen damit als Helferkinder zur Verfügung.

Die Lerneinheit 1 stellt für alle Kinder den Start in die Lernlandschaft dar.

Das Haus der Nomen - was sind Nomen?

Das Haus der Nomen hat vier Zimmer. Das reisende Kind findet in diesem Haus vier Briefe vor. Darin lernt es, dass Nomen immer großgeschrieben werden müssen und Namen für

  • Gegenstände (Karte 1),
  • Tiere (Karte 2),
  • Berufe (Karte 3),
  • Gefühle und Zustände (Sternchenkarte 4 für starke Lerner) sind.

Auf jeder Karte kennzeichnen die Kinder die Nomen in einer Wörtersammlung und kontrollieren ihre Lösung mit der auf der Kartenrückseite. Anschließend übertragen sie die Regel zur jeweiligen Nomengruppe mit Beispielen in ihr Heft und ergänzen diese durch eigene Beispiele. (Sternchenaufgabe für starke Lerner). Die Lernzielkontrolle besteht aus einem Lückentext zu den Merksätzen der Einheit und dem Markieren von Nomen durch Häkchen in einer kleingeschriebenen Wörtersammlung

Das Haus der Einzahl und der Mehrzahl

Das Haus hat fünf Räume, in denen die Kinder folgende Botschaft vorfinden.

” Willkommen im Haus der Magie, in diesen Mauern wird gezaubert. Aus eins mach zwei oder viele! Zu vielen Nomen kann man die Mehrzahl bilden. Nomen schreibt man groß.”

Auf Karte 1 finden die Kinder eine Wörtersammlung von Körperteilen. Auf Karte 2 die Namen von 9 Tieren mit dem Auftrag die Einzahl und Mehrzahl zu bilden. Karte 3 und 4 sind vom Aufbau vergleichbar und dienen dem Üben und der Vertiefung. Karte 5 beinhaltet ein Suchsel.

 

Das Haus der Begleiter (Artikel)

Das Haus hat drei Räume, in denen die Kinder eine Botschaft vorfinden. Diese lautet immer gleich.

“Willkommen im Haus der Begleiter, Nomen erkennst du daran, dass sie nie alleine stehen. Nomen haben einen Begleiter (Artikel). Nomen schreibt man groß.”

Karte 1 führt in die Küche des Hauses und bietet eine Anzahl Textfelder in Kapitälchen, welche schon aus Nomen und Begleiter bestehen. Karte 2 führt die Kinder in den Stall und bietet eine Anzahl Textfelder mit Tieren. Karte 3 führt auf den Dachboden des Hauses. Hier lernen die Kinder die Unterscheidung zwischen bestimmten Artikeln (der, die, das) und unbestimmten Artikeln (ein, eine) kennen.

Lerneinheit 4 - wird erst im Anschluss an die übrigen Lerneinheiten absolviert

Das Haus für Profis - Nomen erkennen

Das Haus hat fünf Räume, in denen die Kinder folgende Botschaft vorfinden.

“Hallo Reisender, hallo Reisende, Du bist nun am Ziel deiner Reise. Viel hast du gelernt. Kannst du nun alle Nomen erkennen? Prüfe dein Können!”

Karte 1 wiederholt die Merksätze der Lernlandschaft. Auf den Karten 2 und 3 arbeiten die Kinder mit der Wörterliste ihres Sprachbuches oder ihres Wörterbuches. Auf den Karten 2 und 3 arbeiten die Kinder mit der Wörterliste ihres Sprachbuches oder ihres Wörterbuches. Der Text zu Igor setzt sich auf Karte 5 fort. Hier sind jedoch alle Satzanfänge und Wörter kleingeschrieben.

 

Methodische Hinweise zur Lernlandschaft:

Auf dem Laufzettel der Lernlandschaft werden die vier Lerneinheiten durch vier charakteristische Häuser dargestellt. Die Anzahl der Fenster entspricht der Anzahl der Angebote innerhalb einer Einheit. Der Aufbau aller Karten ist immer gleich. Auf der Kartenvorderseite findet sich eine Aufgabe, welche mit dem Folienstift auf der Karte zu bearbeiten ist und mit einer Selbstkontrolle abgeschlossen wird. Auf der Kartenrückseite findet sich immer eine Schreibaufgabe, welche im Heft absolviert werden muss.

 

 

 

 

 

Lernen in der Landschaft - Eine neue Methode in den Lernwelten

14. Oktober 2011

Unsere Lernwelten haben eine neue Methode für sich entdeckt, eine vorbereitete Lernumgebung zu gestalten. Das Lernen in der Landschaft, bzw. das Lernen in Lernlandschaften.
Das Konzept der Lernlandschaft ist zur Zeit in den Lehrerseminaren in aller Munde. Wir sind begeistert von der Idee der Lernlandschaft. Aber was genau unterscheidet nun eine “Lernlandschaft” von den uns bekannten Methoden des Stationsbetriebs oder der Werkstätten im offenen Unterricht?

Es sind wenige Unterschiede mit großer Wirkung.
Im Stationsbetrieb erarbeitet sich das Kind ein Themenfeld, indem es sich in einer vorbereiteten Lernumgebung frei von Angebot zu Angebot bewegt. Die Vielzahl der Angebote deckt das Ganze des Lerninhaltes ab. Eine Lernzielkontrolle rundet die Arbeit im Stationsbetrieb ab.
In der Lernlandschaft wird das Themenfeld nach Schwerpunkten aufbereitet und in einzelnen Lerneinheiten angeboten. Die Inhalte einer Lerneinheit bauen inhaltlich aufeinander auf und münden immer in eine Lernzielkontrolle. Erst wenn diese Lernzielkontrolle durchlaufen und bestanden ist, erwählt sich das Kind den nächsten Schwerpunkt seiner Lernlandschaft.

Die Lernlandschaft zeichnet sich damit durch eine höhere Übersichtlichkeit für die Lehrkraft und für die Lernenden aus, ohne dabei an Offenheit in ihrer Struktur zu verlieren.
Die Kinder reisen gemäß ihrer Vorkenntnisse und Fähigkeiten in ihrem individuellen Tempo durch die Landschaft. Dabei sind sie in engem Austausch mit der Lehrkraft, welche die schriftlichen Arbeiten der Kinder im Dialog mit ihnen bewertet und belobigt. Hier wird schnell deutlich, wer zusätzliche Impulse für seine Lernhaltung oder auch Hilfen zum Durchdringung des Lerninhaltes benötigt, oder wer gar direkt in die Leistungskontrolle geschickt werden darf.

Ob gut gearbeitet und gelernt wurde, wird direkt durch die Lernzielkontrolle gespiegelt, welche sich an jede Lerneinheit anschließt und deren einzige Kontrollmöglichkeit die Lehrkraft darstellt. Wurde gut gelernt, gibt die Lehrkraft den Weg frei für das nächste Ziel der Lernlandschaft. Oberflächlich arbeitende Raser oder gar Mogler scheitern an den Anforderungen der LZK und werden damit nicht nur erkannt, sondern sofort sanktioniert. Sie dürfen nicht weiterreisen, sondern müssen im aktuellen Lernbereich verweilen, bis sie ihn erfolgreich durchdrungen haben.

Damit fördert die Lernlandschaft in besonderem Maße das SelbstLernen und erzieht die Kinder zu einer guten Lernhaltung. Die Kinder lernen, selbsttätig und selbstständig an einen Lernbereich heranzugehen und sich diesen zu erschließen. Dabei erfahren sie Unterstützung durch die Lehrkraft, welche sie berät und begleitet. Anstrengungsbereitschaft wird belohnt durch die erfolgreich absolvierte Lernzielkontrolle. Diese macht stolz und zeigt, dass sich die Anstrengung gelohnt hat. Eine weitere Belobigung erfolgt dadurch, dass sich die Kinder nun in die Helferliste “Das fiel mir leicht. Ich kann es dir erklären!” eintragen können.

Die Anforderung an die Lehrkraft bei der Erstellung eine Lernlandschaft besteht darin, das SelbstLernen der Kinder durch einen übersichtlichen Aufbau der Lerneinheiten zu ermöglichen. Die Übungen einer jeden Lerneinheit sollten sich aufeinander beziehen und den Lerninhalt aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. In ihrer didaktischen Aufbereitung müssen die Aufgaben für die Kinder klar formuliert sein und in ihrer methodischen Gestaltung Wiedererkennungswert haben. Das gibt den Kindern ein Gefühl der Sicherheit und ermutigt sie, ihren Weg selbsttätig und selbstständig fortzusetzen.

Super-Gau auf Niekao-Handel und H-Faktor

21. September 2011

Montagabend sind die Festplatten und das Mainboard unseres gemieteten Servers abgestürzt. Die Schäden haben zur Folge, dass unsere Administratoren Dirk und Armin seitdem mit Hochdruck an der Wiederherstellung des Shops, der Websites und der Mailserver arbeiten.

Über 20 Stunden hat es gedauert, bis alle Daten wieder hergestellt werden konnten. Nun werden die Daten gesichert und parallel das gesamte System neu aufgebaut.

Nach Schätzung unserer Administratoren werden wir noch bis Donnerstagnachmittag brauchen, bis wir wieder im Web mit den gewohnten Serviceleistungen aktiv sein können.

Da wir derzeit auch nicht über Email erreichbar sind, wurden ein paar Ersatzmails eingerichtet:

Sie erreichen uns bis auf Weiteres unter der folgenden Emailadresse:

krise@h-faktor.org

Kleinere Dateien können wir Ihnen über diese Adresse zusenden. Dafür nehmen Sie Kontakt per Email zu uns auf, nennen die Werkstatt und wir werden dann - wenn möglich - den Artikel per Email versenden.

Alternativ können wir die Artikel auch als CD per Post versenden.

Wir bitten die aktuelle Störung zu entschuldigen und versprechen Ihnen, uns für das Wochenende ein schönes Geschenk für Sie einfallen zu lassen.

Neuigkeiten aus dem Krisenzentrum erfahren Sie auf:

Niekao Krisenzentrum auf Facebook

Typ 1 der Ich-Experten - Das Abenteuer-Kind

19. September 2011

In dieser Reihe widmen wir uns dem Aspekt des “Temperamentes”, als einer der Grundbausteine für die Entwicklung der Persönlichkeit. Behandelt wurden bereits die “Wir-Experten” mit dem Subtypen “Das Seelchen-Kind” und “Das Pflicht-Kind”. Fehlen jetzt noch die beiden “Ich-Experten”. Als ersten Vertreter der Ich-Experten nun “Das Abenteuer-Kind”.

Die Ich- Experten

Ich-Experten sind angetrieben durch das Bestreben nach Autonomie. Auch hier unterscheidet Kaniak-Urban zwei Subtypen.

Typ 1 der Ich-Experten - Das Abenteuer-Kind

Abenteuerkinder lieben den Moment und das Abenteuer, das diesem innewohnt. “Abenteuer-Kinder nehmen ihre Umwelt durch die Sinne wahr. Sie sehen, schmecken, tasten, riechen und hören. Auch draußen spielen sie gerne in Sand und Schlamm und kommen dann verdreckt und mit Löchern in den Hosen nach Hause. Ihre Welt bringen sie auch ins Haus, und ihr Zimmer kann dann einem Warenlager an Kuriositäten gleichen, vom rostigen Nagel bis zum Vogelskelett, deren Wert nur sie selbst kennen.” (Kaniak-Urban, 1995, S.157)

In der Schule fallen diese Kinder oft durch ihre Lebhaftigkeit auf. Sie sind ständig in Bewegung, sind in der Pause als ersten auf dem Schulhof und geben häufig den Ton in der Gemeinschaft an. Das Unterrichtsgespräch bereichern sie durch kluge Einfälle, können diese jedoch oft nicht zurückstellen, bis sie an der Reihe sind und rufen sie in den Raum. Ihre Arbeiten erledigen Abenteuerkinder im Blitztempo, oft jedoch eher oberflächlich und lieblos. Ihre Sternstunden haben diese Kinder, wenn sie entdeckend lernen dürfen. Hier steht allerdings das aktuelle Tun im Vordergrund. Das Ziel der Arbeit spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Wie können Sie ein Abenteuer-Kind unterstützen?

In erster Linie ist es Aufgabe der Lehrkraft, die Unterrichtsinhalte kindgerecht und motivierend aufzubereiten. Doch dieser Anspruch lässt sich nicht auf alle Lernbereiche umsetzen. Ihr Kind muss also lernen, seine Aufmerksamkeitsspanne zu erweitern, sein Durchhaltevermögen zu verlängern und mehr Rücksicht auf die Befindlichkeiten seiner Mitmenschen zu nehmen.

  • Bieten Sie Ihrem Kind einen Wechsel zwischen körperlicher Belastung und Entspannung. Schaffen Sie Ruhezeiten, in denen sie gemeinsam Hörspiele oder Musik hören, malen, basteln oder mit Ton arbeiten. So lernt Ihr Kind, seine körperlichen Befindlichkeiten wahrzunehmen und diese zu regulieren.
  • Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Gesprächs- und Verhaltensregeln, die es verstanden hat! Halten Sie diese auf einem Plakat fest und hängen Sie das Plakat gemeinsam auf!
  • Nehmen Sie Ihr Kind in die Pflicht! Trainieren Sie das Durchhaltevermögen bei ungeliebten Tätigkeiten z.B. beim Aufräumen des Zimmers. Arbeiten Sie mit Verstärkerprogrammen und Belohnungssystemen. So lassen sich Punkte sammeln für erwünschte Verhaltensweisen. Eine vorher gemeinsam bestimmte Anzahl von Punkten wird durch eine gemeinsame Aktivität (Klettergarten, Sommerrodelbahn, Eis essen, Kinobesuch…) belohnt.
  • Achtung, setzen Sie kleine, erreichbare Ziele!

Typ 2 der Wir-Experten - Das Pflicht-Kind

19. September 2011

Pflicht-Kinder fühlen sich sicher in Ihrer Welt, wenn sie auf klare Orientierung und Strukturen stoßen. Sie erfüllen sich ihren Zugehörigkeitswunsch nach der Gruppe, indem sie sich bemühen, den Erwartungen der Erwachsenen stets gerecht zu werden. “Das Pflicht-Kind versucht sein Bedürfnis nach Zugehörigkeit auch dadurch zu befriedigen, dass es Dienste für andere ausführt und sich nützlich macht. Diese Kinder sind zufrieden, wenn man ihnen fest umschriebene Aufgaben überträgt; sie sind glücklich über die Anerkennung, die aus solcher Tätigkeit erwächst, die sie zuverlässig ausführen. Werden die gelobt, fühlen sie sich als nützliche Mitglieder einer Gemeinschaft, und ihr Bedürfnis nach Anpassung und Zugehörigkeit ist befriedigt.” (Kaniak-Urban, 1995, S.153)

In der Familie und auch in der Schule legen Pflicht-Kinder viel Wert auf feste Rituale und Abläufe. Sie genießen den rhythmisierten Unterrichtsvormittag und fühlen sich verantwortlich für das gute soziale Miteinander in der neuen Gemeinschaft. Pflicht-Kinder arbeiten gerne nach wiederkehrenden Schemata und fühlen sich schnell überfordert, wenn ihnen Kreativität abverlangt wird.

Wie können Sie ein Pflicht-Kind unterstützen?

Kreativität und Innovationsfähigkeit sind zwei Eigenschaften, die immer zentraler in unserer “Wissensgesellschaft” werden. Setzen Sie bei Ihrem Pflicht-Kind kreative Lern- und Denkprozesse in Gang! Dazu benötigen Kinder Erfahrungen, in denen sie sich ausprobieren können. Sie benötigen Erlebnisse, die sie zum Staunen, Fragen und auch Hinterfragen anregen.

  • Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Gelegenheit zum Malen, Basteln und Gestalten!
  • Lesen Sie Ihrem Kind viel vor und erzählen sie Geschichten!
  • Ermuntern Sie Ihr Kind zum Fabulieren! Lassen Sie es beim Vorlesen über den Fortgang einer Geschichte spekulieren!
  • Spielen Sie mit Ihrem Kind Stegreif- und Rollenspiele!
  • Beziehen Sie Ihr Kind in alltägliche Entscheidungen mit ein (Was kaufen wir ein? Was kochen wir heute? Wie gestaltest du deinen Nachmittag?)
  • Besuchen Sie gemeinsam den Zoo und nutzen Sie die Angebote Ihrer örtlichen Bücherei und besuchen sie die Ausstellungen für Kinder in Museen!
  • Übertreiben Sie es nicht! Die Freude an der Aktion steht im Vordergrund.

Typ 1 der Wir-Experten - Das Seelchen-Kind

25. August 2011


“Seelchen-Kinder brauchen nahe Beziehungen und sie sind bereit, viel in ihre Beziehungen zu investieren. Das Kind, das sein Fühlen als Orientierung benützt, will gefallen und ist begierig auf Rückmeldung, dass es wertvoll ist und geschätzt wird. Es erweist anderen Menschen Gefälligkeiten aller Art; pflückt Blumen, schreibt eine Geschichte oder denkt sich etwas Originelles und sehr Persönliches für den anderen aus.” (Kaniak-Urban 1995, S.149)

Seelchen-Kinder lieben Geschichten, Filme und das Theater. Sie sind in der Regel ängstlicher als andere Kinder und suchen intensiver nach Nähe und Geborgenheit. Seelchen-Kinder pflegen innige Freundschaften, in denen sie sich oft unterordnen. Auf Veränderungen in ihrer Lebenswelt reagieren sie verstört. In das Schulsystem fügen sich Seelchen-Kinder gut ein. Sie können sich leicht in die Befindlichkeiten ihrer Mitschüler einfühlen und stehen ihnen bei Kummer bei. Seelchen-Kinder streben nach einem harmonischen Miteinander. Dafür stellen sie individuelle Wünsche gerne zurück.

Wie können Sie ein Seelchen-Kind unterstützen?

Die größte Herausforderung für ein Seelchen-Kind besteht darin, “lauter” zu werden. Es braucht den Mut sich zu äußern, nicht nur beim Spiel mit dem Freund oder der Freundin, sondern auch vor der großen Gruppe im Unterricht.

  • Bestärken Sie Ihr Seelchen-Kind darin, Blickkontakt zuzulassen und zu halten.
  • Trainieren Sie es darin, dem Frager in die Augen - und wenn das zu schwer fällt - zwischen die Augen zu sehen.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind laut und kräftig zu sprechen. Es soll lernen, auch mal NEIN zu sagen.
  • Und lernen Sie, dieses NEIN zu respektieren. :O))


 

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