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Archiv der Kategorie ‘Förderbänder‘
Freitag, den 16. Juli 2010
In NRW sind die Ferien angebrochen. Zeit für Erholung, Freunde, Familie und Muße. Auch eine Zeit, in der man sich in Ruhe auf das kommende Schuljahr einlassen, freuen und vorbereiten kann.
Transparenz für das Kind über den eigenen Lernprozess, regelmäßige und kurzfristige Erfolgsrückmeldungen, das Hantieren mit passgenau auf den Lernanfänger ausgesuchten Materialien, die sich anfassen, beschriften, säubern und fühlen lassen, sind ein Garant für Freude am Lernen. Sie sind ein Motor, der Kinder und ihre Leistungsbereitschaft in der Grundschule antreibt. Kinder wachsen zu starken, selbstbewussten und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten heran, wenn sie in ihren individuellen Bedürfnissen, Stärken und Begabungen wahrgenommen werden und ihr Lernen in wiederkehrenden Freiarbeitsphasen selbstständig weiterentwickeln dürfen. Freies Lernen sollte daher schon im ersten Schuljahr angebahnt werden, um sich über die gesamte Grundschulzeit entfalten zu können.
In unserer aktuellen Sonderkategorie Schulstart stellen wir über die Ferienzeit Materialpakete für Lernanfänger zusammen. Viel Freude damit wünscht Ihnen Ihr Niekao Lernwelten Team!
Tags: Freiarbeit, Grundschule, Übungsmaterial, Unterrichtsmaterial, werkstattarbeit Kategorien: Erstlesen, Erstschreiben, Freiarbeit, Förderbänder, Grundschule, Material, Niekao Lernwelten, Selbstkontrolle, werkstattarbeit, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Donnerstag, den 26. Februar 2009
Chronische Erschöpfung, Magenbeschwerden oder Tinnitus, - nicht einmal jeder zehnte Pädagoge erreicht die gesetzliche Altersgrenze.
Die Gründe liegen auf der Hand.
Die Schülerschaft unterliegt einem Wandel. Konzentrationsleistungen und Disziplin fallen den Kindern schwerer, Konflikte unter den Schülern nehmen zu. Zeugnisse, Konferenzen, Schulprogrammarbeit, die saisonalen und auch alltäglichen Mehrbelastungen steigen stetig und kontinuierlich an. Zugleich wird das Anspruchsdenken von außen immer größer. Wir Lehrer arbeiten auf einer öffentlichen Plattform. Rechtfertigungsdruck und anwachsende Erziehungsaufgaben gehen Hand in Hand mit Sparmaßnahmen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Und als ob das nicht genug wäre, entspricht die Anerkennung unseres Berufes in der Gesellschaft weder unserem Einsatz noch unserem Ausbildungsstand.
Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Idee der Niekao Lernwelten. Aus der Praxis erwachsen und für Sie aufbereitet, möchten wir Ihnen ein Instrumentarium an die Hand geben, welches das Lehrerdasein erleichtern und Ihre Stressbelastung mindern soll.
Mit unseren Rubriken „Förderung bei Lernstörungen“, “Rechenschwäche” und “Konzentration” reagieren wir auf die sich wandelnden Anforderungen an einen sinnvollen Förderunterricht.
In unserer Rubrik „Organisation des Alltags“ sammeln wir Arbeiten, die im Alltag immer wieder anfallen und dennoch nicht immer wieder neu erfunden werden müssen. Zurzeit entsteht ein großes Paket rund um die Organisation von Klassenfahrten.
Über unser stetig wachsendes Materialangebot für die Freiarbeit möchten wir Sie ermutigen, sich tägliche Freiräume zu schaffen. Indem Sie das Festigen und Trainieren von Lerninhalten über motivierendes und individualisierendes Unterrichtsmaterial organisieren, gewinnen Sie echte Zeit für sich und Ihre Kinder. Zeit für die Lernbeobachtung und Erfolgskontrolle, Zeit zur Lösung von Konflikten und für die Einzelförderung.
Für den fachfremden Unterricht in den Fächern Kunst und in Kürze auch Musik, erstellen wir umfangreiche Arbeitsblattsammlungen, die Ihnen lange Planungs- und Vorbereitungszeiten ersparen sollen.
Wir können die Schullandschaft nicht verändern. Unsere Einflussmöglichkeiten enden da, wo Schulhierarchien Gestaltungsspielräume begrenzen, wo Bürokratie über Erziehung steht, wo Sparmaßnahmen und Lärmbelästigung von bis zu 90 Dezibel in Turnhallen und Pausenhallen an den Nerven zerren.
Doch wir haben die Hoffnung, eine Idee in die Schulen zu tragen, die nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrenden mit ihren Befindlichkeiten und Belastungen in den Fokus nimmt. Es ist die Idee einer Lernwelt, in der LehrerInnen mit Freude entspannt arbeiten und gesund altern.
Tags: Organisation des Alltags, Stress, Unterrichtsvorbereitung Kategorien: Freiarbeit, Förderbänder, Grundschule, Lernstörungen, Lernwelt, Material, Niekao Lernwelten, Schule, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Dienstag, den 3. Februar 2009
Dyskalkulie ist nicht immer leicht zu erkennen.
Folgende oder ähnliche Symptome können bei einer Dyskalkulie auftreten:
• Das Kind benötigt zum Rechnen Hilfsmittel. Es nutzt es seine Finger zur Anschauung.
• Es hat Probleme, mathematische Zeichen und Symbole zu erkennen.
• Es fällt ihm schwer, graphische Darstellungen oder Tabellen zu lesen.
• Die Zuordnung von Mengen und Zahlen bereitet Probleme.
• Mengen können nur schlecht eingeschätzt werden.
• Das Kind hat Schwierigkeiten im Umgang mit Gewichts- und Längenmaßen, Geld- und Zeitangaben.

Training für Kinder mit Herausforderungen im Bereich Dyskalkulie
Entscheidend für die Entwicklung des Zahlbegriffs ist die Verknüpfung von Zahl und Menge. Erste mathematische Grundlage ist daher die Erkenntnis, dass Kardinalzahlen unveränderlich gleiche Mengen repräsentieren. Über handlungsorientierte Übungen mit Gegenständen können Sie spielerisch mit Ihrem Kind trainieren.
Tipp: Zerschneiden Sie einen alten Holzperlenvorhang oder eine Holzperlensitzauflage für das Auto. Alte Knopfsammlungen sind auch geeignet.
Lassen Sie Ihr Kind feste Perlenmengen nach Farben und Formen sortieren. Verändert sich dabei die Gesamtmenge?
Lassen Sie das Kind kleine Mengen zählen, gleiche Mengen legen, Mengen miteinander vergleichen.
Teilen Sie eine feste Menge immer wieder unterschiedlich auf! (5 = 4 und 1, 3 und 2, 2 und 3, 1 und 4).
Bleibt die Menge trotzdem immer gleich?
Legen Sie verdeckt eine kleine Menge von Perlen ab. Lassen Sie Ihr Kind einen kurzen Blick auf die Perlenmenge werfen. Verdecken Sie die Perlen wieder mit einem Tuch. Kann das Kind die Perlenmenge simultan erfassen und die Menge benennen?
Lassen Sie Ihr Kind Mengen schätzen und zählen. Ordnen Sie eine feste Perlenmenge in einer Reihe unterschiedlich an! Vergrößern sie bei gleicher Perlenmenge die Abstände zwischen den Perlen. Werden es dadurch mehr Perlen oder bleibt die Menge gleich?
Legen Sie mit den Perlen Musterreihen. Ihr Kind soll die Muster erkennen und nachlegen. Beginnen sie Musterreihen, welche Ihr Kind erkennen und fortsetzen soll.
In der täglichen Unterrichtspraxis fehlt es oft an Zeit und Raum zur Umsetzung solcher Übungen. In unserer Rubrik „Rechenschwäche“ sammeln wir daher ab sofort Freiarbeitsmaterialien für Sie, welche die Kinder befähigen, selbstständig zu üben und zu trainieren.
Tags: Dyskalkulie, fördern, Förderunterricht, Mengenerfassung, Rechenschwäche, Simultanerfassung Kategorien: Freiarbeit, Förderbänder, Grundschule, Lernstörungen, Lernwelt, Material, Niekao Lernwelten, Rechenschwäche, Selbstkontrolle, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Donnerstag, den 11. Dezember 2008
Konzentrationsfähigkeit lässt sich nicht erzwingen sondern muss wie eine Sportart regelmäßig geübt werden. Motorisch lässt sich die Konzentrationsfähigkeit durch den Einsatz regelmäßiger Bewegungspausen fördern. Ideal sind alle Über-Kreuz-Bewegungen, die das Zusammenspiel der beiden Hirnhälften trainieren und damit die Aufnahmefähigkeit und das Leistungsvermögen der Kinder erhöhen. Bei dieser “Gymnastik für das Gehirn” (Brain Gym ®) werden eine Reihe verschiedener Übungen durchgeführt, die einfach und schnell zu erlernen sind. Diese körperlichen Übungen helfen, Spannungen abzubauen, die Durchblutung zu fördern und die Konzentrationsleistung zu verbessern.
Konzentrationsförderung - Unterrichtsmaterialien in den Niekao Lernwelten
Zur Förderung der Konzentration gibt es vielfältige Übungen. Am besten trainieren Kinder ihre Konzentrationsfähigkeit mit Übungen, die ihnen Spaß machen. Hier setzen die Materialien der Niekao Lernwelten an. Die Autoren bemühen sich um motivierende und kindgerecht gestaltete Übungsformate, die regelmäßige Erfolgskontrollen beinhalten und so die Motivation der Kinder aufrecht erhalten. Es gilt, die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder Stück für Stück zu verlängern.
optische Differenzierung
Malen nach Plan
Wege in der Tabelle
Können sich Kinder erst einmal über längere Zeit konzentrieren, müssen sie nur noch lernen, diese Fähigkeit auch bei denjenigen Aufgaben und Anforderungen anzuwenden, die ihnen zwar keinen Spaß machen, aber dennoch bewältigt werden müssen. Oft kommen die Freude und der Spaß am Inhalt einer Anforderung später von selbst, wenn eine konzentrierte Auseinandersetzung mit der Materie stattgefunden hat.
Tags: Konzentration Lernstörung Konzentrationsschwäche Aufmerksamkeitsstörung LRS Kategorien: Förderbänder, LRS, Lernstörungen, Lese- Rechtschreibschwäche, Material, Niekao Lernwelten, Übungsmaterial | 3 Kommentare »
Montag, den 8. Dezember 2008
Übungen zur Förderung der visuellen Wahrnehmung
Visuelle Wahrnehmung entwickelt bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren. Im Grundschulalter sollten Kinder daher über die grundlegenden Fähigkeiten für visuelle Wahrnehmung verfügen. Tatsächlich haben aber immer mehr Kinder in diesem Bereich große Lücken. Visuelle Wahrnehmung ist die Voraussetzung dafür, dass sich räumliches Denken entwickeln kann. Untersuchungen belegen, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Rechenschwäche von Kindern und ihren visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten gibt.
Marianne Frostig beschreibt fünf Teilbereiche der visuellen Wahrnehmung. Zu diesen Teilbereichen haben wir Materialien für die Hand der Kinder erstellt und werden diese in den nächsten Wochen in den Niekao Lernwelten anbieten.
Die visumotorische Koordination (VM)
Die visumotorische Koordination beschreibt die Kombination des Sehens mit den taktilen und akustischen körperlichen Systemen und der Bewegung des Körpers. Das Auffangen eines Balls oder das Ausschneiden einer Figur kombiniert visuelle und taktile Fähigkeiten. Gute Grundfähigkeiten im Bereich der visumotorischen Koordination sind Voraussetzung dafür, dass Kinder ohne Schwierigkeiten in die Linien schreiben können.
Bildfolgen zum ergänzen ab Klasse 1
Bildfolgen zum ergänzen ab Klasse 3
Fehlerbilder ab Klasse 1
Fehlerbilder ab Klasse 3
Die Figur Grund Wahrnehmung (FG)
Die Figur Grund Wahrnehmung ist nach Frostig eine grundlegende Wahrnehmungsleistung. Gemeint ist die Fähigkeit, einzelne Elemente eines Ganzen in unterschiedlicher Raumlage zu erkennen und zu isolieren. Dieser Prozess erfordert eine Aufmerksamkeitsleistung. Das Kind muss sich auf bestimmte Reize konzentrieren. Kinder mit einer Störung in der Figur Grund Wahrnehmung haben Schwierigkeiten damit, sich auf einer komplexen Buchseite zu orientieren. Sie wirken oft unaufmerksam, weil sie schnell den Überblick verlieren.Steffis Förderung der visuellen Wahrnehmung - Wimmelbild
Steffis Förderung der visuellen Wahrnehmung - Muster spiegeln
Wahrnehmungs – oder Formkonstanz (WK)
Marianne Frostig beschreibt hiermit die Fähigkeit, ein Objekt, eine Form, eine bestimmte Größe oder Farbe in unterschiedlicher Lage oder abweichender Darstellung zu erkennen und zu isolieren. Kindern mit einer Störung der Wahrnehmungs- oder Formkonstanz fällt es schwerer, Buchstaben oder Ziffern in abweichender Darstellung zu erkennen. Oft kommt es zu Problemen beim Schreiben und Lesen.
Steffis Förderung der visuellen Wahrnehmung - Wimmelbild
Steffis Förderung der visuellen Wahrnehmung Memories
Steffis Förderung der visuellen Wahrnehmung Köpfe vergleichen
Wahrnehmung der räumlichen Beziehung (RB) und der Raumlage (RL)
Die Wahrnehmung der räumlichen Beziehung beschreibt die Fähigkeit, die Position zweier oder mehrerer Objekte in ihrer räumlichen Beziehung zueinander zu erkennen. Bei der Wahrnehmung der Raumlage wird der eigene Körper in die Beschreibung der räumlichen Beziehung miteinbezogen. Hier wird vom Standort des Betrachters wahrgenommen. Kinder mit Wahrnehmungsstörungen im Bereich der räumlichen Beziehung haben oft Schwierigkeiten damit Zahlvorstellungen aufzubauen oder Gleichungen zu entschlüsseln. Sie haben Unsicherheiten beim Übertragen von Tafelanschriften in ihr Heft und der Unterscheidung von links und rechts.
Verenas Förderung der visuellen Wahrnehmung - Labyrinth
Tags: Förderunterricht Wahrnehmungsstörungen Wahrnehmungsförderung Aufmerksamkeitsstörung Kategorien: Förderbänder, Material, Niekao Lernwelten, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Donnerstag, den 19. Juni 2008
Beim Rechtschreibenlernen speichern Kinder Wortbilder ab und noch heute meinen viele Kollegen und Kolleginnen, dass Kinder Wörter nach häufigem Üben dauerhaft richtig schreiben können. Das gilt leider nur für diejenigen Kinder, die optische Lerner sind. Und so erleben Grundschullehrkräfte immer wieder, dass Kinder nach vielfachem Üben für ein Diktat (auch mit Mamas Hilfe), in eben diesem Diktat zwar schwierige Wörter richtig schreiben können, ein Transfer auf das freie Schreiben aber noch lange nicht gewährleistet ist. Im Gegenteil, schwache Rechtschreiber schreiben genau diese geübten Wörter in den nächsten eigenen Texten wieder falsch und zwar jedes Mal „anders falsch“.
Wenn ein solcher methodischer Ansatz auf ein Konzept des Lesens durch Schreiben folgt, stoßen unterschiedliche Welten aufeinander. Erst wird ein ganzes erstes Schuljahr lang das aktive Hören trainiert, es wird ein phonetisches Bewusstsein angebahnt und die Kinder entwickeln ihre erste Rechtschreibstrategie, nämlich das Hören. Und dann fällt diese Strategie im zweiten Schuljahr hinten weg und stattdessen werden Wortbilder gespeichert. Wörter werden geschlichen, geknickt, in Dosen eingetütet und feste zu Hause geübt um sie dann im Diktat möglichst fehlerfrei wieder aufzuschreiben.
Heute weiß man, dass Kinder beim Rechtschreiblernen unterschiedliche Strategien entwickeln. Unter der Vermittlung von Rechtschreibstrategien verstehe ich daher, die Kinder zu Überlegungen bzw. inneren Denkhandlungen zu befähigen, denen sie beim Schreiben folgen.
Ich bin deshalb in diesem Durchgang von Anfang an neue Wege gegangen. Ich habe von der ersten Schulwoche des zweiten Schuljahres an lautgetreue wöchentliche Diktate geschrieben. Es begann mit einzelnen Wörtern, die ich auch als Freiarbeitsmaterial an die Hand gab.
Lautierkarten für die Klassen 1 und 2
Schreibkarten zum lautgetreuen Eigen- und Partnerdiktat
Ich habe von Anfang an in der Quantität differenziert und einige Kinder Kurzdiktate schreiben lassen. Diese Kinder hatten dann mehr Zeit für die Selbstkontrolle. Jedes Wort mit dem Daumen buchstabenweise erlesen und die Nomen blau unterstreichen. Nach einigen Wochen diktierte ich lautgetreue Wortgruppen ” eine schöner Baum, eine rote Tomate,…” In den folgenden Monaten habe ich die Auslautverhärtung eingeführt. Es begann mit der Unterscheidung von d und t im Auslaut. ” Ein guter Hund, eine kleine Hand…” Wir lernten die Strategie des Verlängerns kennen. An Material erarbeiteten die Kinder die Rechtschreibscheiben zum d und t.
Steffis Rechtschreibscheiben
Jetzt markierten die Kinder ihre Wörter mit grün, wenn es “Denkwörter” waren, also Wörter, die sich anders schreiben als man sie hört. Hier reicht nicht das gute und genaue Hören, hier muss nachgedacht werden.
Später kamen die Scheiben zum b und p, g und k und gegen Ende des ersten Halbjahres die Scheiben zum g und ch dazu. Allen Schwierigkeiten konnten die Kinder mit dem Steigern und der Mehrzahlbildung begegnen. Es waren immer dieselben Strategien, die wir geübt haben. Wöchentlich wurde es einfacher, die Diktate zu erstellen, da immer mehr Wörter möglich waren. Kleine Wörter, die häufig geschrieben werden (die, sie, und) haben wir Stück für Stück mit einbezogen. Wir haben viele mündliche Spiele gespielt und die Auslautverhärtung täglich geübt. Gerne beschreibe ich in einem anderen Beitrag die Spiele, Kommentar bei Interesse genügt ;O).
Anfang des zweiten Halbjahres erarbeiteten wir die Konsonantendopplung nach kurzbetonten Stammvokal. Auch hierfür setzen wir die Scheiben ein. Das dauerte und war eine schwierige Angelegenheit. Unsere Diktate waren nun auf einen Umfang von etwa 50 Wörtern angewachsen und enthielten Wörter mit Auslautverhärtung und immer mehr Doppelkonsonanten. Am Ende des Schuljahres erarbeiteten wir das “ck” und das “tz”. Das ging sehr einfach, denn im Prinzip ist das nichts anderes als eine Konsonantendopplung. Es kam noch die Regel “nach l,n,r, das merke ja, schreibe nie tz und nie ck” dazu. Das haben meine Kinder locker gelernt. Die letzten drei Diktate hatten ca. 60 Wörter. Jetzt ist es auch gar kein Thema mehr, Diktattexte zu entwerfen. Und ich muss es hier einfach loswerden, weil ich so stolz auf meine Kinder bin. Hier ist unser letzter Diktattext:
Das Gewitter
Es ist ein schöner Tag.
Es ist sonnig und warm.
Der Himmel ist blau.
Plötzlich kommen dunkle Wolken auf.
Ein starker Wind raschelt in den Blättern der Bäume.
Kurztext für drei meiner Kinder mit 30 Wörtern.
Der Wind ist jetzt ein Sturm.
Der Himmel ist schwarz.
Die Luft ist kalt.
Katzen bringen sich in Sicherheit.
Jetzt zuckt der erste Blitz am Himmel.
Ein erster Donner kracht laut.
Langtext mit 61 Wörtern für alle anderen.
Wir gehen im Anschluss an das Diktat jedes Wort durch und die Kinder deklarieren es als ein “Hör”- oder “Denkwort”. Hier sind die Denkwörter fett gedruck. Bei der Bewertung halte ich es wie in einer Mathearbeit. Jedes richtig geschriebene Wort ergibt einen Punkt. Werden bis 98% aller Wörter richtig geschrieben, ist das Diktat eine Eins, bis 89% eine Zwei, bis 70% eine Drei, bis 50% eine Vier und ab 30% eine Fünf.
Und jetzt will und muss und darf ich mal strunzen :O))))
Meine Delfine hatten in diesem Diktat einen Notendurchschnitt von 1,9!!!
Wir haben das gefeiert mit einem Hausaufgabenfrei. :O)
Das zeigt mir, dass dieser Weg ein Guter ist. Zum Hören und Denken haben wir natürlich auch das optische Lernen durch das Verinnerlichen von Wortbildern geübt. Dazu haben wir die Abschreibetechnik erlernt und mit der Abschreibekartei richtig verinnerlicht. Damit werden auch die Kinder erreicht, die über ein besonders gutes optisches Gedächtnis verfügen.
Arbeitstechnik Abschreiben
Im kommenden Schuljahr werde ich Erikas Werkstätten zum langen “ie” und “i” einsetzen.
Rechtschreibtraining zum langen ie
Rechtschreibtraining zum langen i
Und danach kommt die Werkstatt zum Dehnungs-h. Die liegt zur Zeit aber noch bei Ulla im Lektorat.
Und so verbleibe ich, glücklich und sehr stolz und kurz vor den Ferien
Eure Steffi
Tags: Auslautverhärtung, lautgetreu, Rechtschreibung, Strategien Kategorien: Förderbänder, Niekao Lernwelten, Rechtschreibung, Übungsmaterial | 7 Kommentare »
Dienstag, den 1. April 2008
Hausaufgaben sind komplett überflüssig. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Hans Gängler von der Technischen Universität Dresden. Demnach erfahren starke Schüler durch Hausaufgaben so gut wie keine positiven Effekte. Schwache Schüler haben ebenfalls kaum Vorteile durch Hausaufgaben, denn was das Kind schon im Unterricht nicht begriffen hat, wird es auch durch bloße Wiederholung nicht erlernen.
Wir lehnen Hausaufgaben nicht ab, denken aber dass es auf das “Wie und Warum” der Hausaufgaben ankommt. Die Richtlinien des Landes NRW formulieren den Anspruch an Hausaufgaben folgendermaßen:
„Hausaufgaben müssen in einem für Kinder erkennbaren Zusammenhang mit dem Unterricht stehen. Hinsichtlich ihres Umfanges und ihres Schwierigkeitsgrades müssen sie so gestellt werden, dass sie von den Kindern in angemessener Zeit und ohne fremde Hilfe bearbeitet werden können. Häufig sind dazu individuelle Aufgabenstellungen für einzelne Schüler und Schülergruppen nötig.“
(Richtlinien in Lehrpläne für die Grundschule in NRW, Mathematik, S. 15)
Ist dies nicht gewährleistet, werden Hausaufgaben spätestens jetzt zum Hausfriedensbruch. Eltern werden gezwungen, ihr Kind durch die Hausaufgaben zu begleiten, Defizite aufzuarbeiten und seine Lernmotivation zu erhalten. Das ist für alle Beteiligten eine echte Belastung. Als Eltern zweier Töchter, die das Gymnasium besuchen, haben wir diese Aufgabe in die fähigen Hände zweier Oberstufenschüler gelegt, die sich so den einen oder andern Euro im Hause Kiel verdienen.
Tatsächlich machen Hausaufgaben nur dann Sinn, wenn sie Gelegenheit geben, das in der Schule Gelernte zu wiederholen, zu festigen und zu vertiefen. Da unsere Kinder jedoch sehr individuell lernen und sehr unterschiedliche Lernausgangslagen haben, fällt es in der Praxis schwer, täglich eine für alle Kinder passgenaue Hausaufgabe parat zu haben. Ein differenzierender Unterricht verlangt eben auch differenzierende Hausaufgaben.
Als Lehrerin habe ich dieses Problem für mich so gelöst, dass ich mir unterschiedliche Arbeitsblattsammlungen und Materialien zusammengestellt habe, die sich zu jeder Zeit als Hausaufgaben mitgeben lassen. Sie alle sind so konzipiert, dass die Kinder selbstständig damit arbeiten können. In der Regel handelt es sich um das Vertiefen von Methoden und Arbeitstechniken, z.B. Abschreibeübungen oder Übungen zu den Wortarten, dem Lernstand entsprechende zu automatisierende Rechenaufgaben etc.
Mit den Eltern sind die Hausaufgabenzeiten (konzentriertes Arbeiten) abgesprochen. (Kl. 1-2 max. 30 Minuten, Kl. 3-4 max. 45 bis 60 Minuten). Hausaufgaben werden also von den Eltern beendet, wenn die Zeit reif dafür ist. Eine kleine Notiz an mich genügt. Dies ermöglicht mir einen genauen Überblick über das Leistungsvermögen der Kinder und gibt mir Einblick in ihre Verfassung und Befindlichkeiten. So kann ich auch vom Umfang der Hausaufgaben her noch individualisieren.
Kinder, denen ein Lerngebiet besonders schwer fällt, arbeiten auch zu Hause mit individuellen Förderbändern. Je nach Leistungsstand stelle ich ihnen Übungspakete zusammen, mit denen in der Schule im Rahmen der täglichen Freiarbeit und auch zu Hause gearbeitet wird. Das geschieht nicht zusätzlich zu den Hausaufgaben, sondern statt der Hausaufgaben. Damit die Materialien nicht verloren gehen, erstellen sich die Eltern diese zu Hause selbst. Ich stelle lediglich die Dateien zur Verfügung. Besonders leistungsstarke Kinder erhalten ebenfalls Übungspakete. Diese bearbeiten sie dann freiwillig zusätzlich zu den Hausaufgaben.
Am Wochenende erhalten die Kinder die Hausaufgabe, ihre Hefte zu überarbeiten. Auf diesen Gedanken kam ich, weil es nicht einsichtig ist, dass ich jede Arbeit aller Schüler nachsehe und die Kinder davon in keiner Weise profitieren. Im ersten Schuljahr habe ich in den Schreibheften jedes falsch geschriebene Wort in „Erwachsenenschrift“ dazugeschrieben. Ab dem zweiten Halbjahr haben die Kinder diese Wörter abgeschrieben und so die Abschreibetechnik trainiert. In den Rechenheften habe ich jede falsche Rechnung mit einem Kreuzchen versehen. Am Wochenende haben die Kinder diese Aufgaben noch einmal gerechnet. Im ersten Schuljahr ging das nur in enger Abstimmung mit den Eltern. Mittlerweile arbeiten die Kinder selbstständig. Sie haben durch diese Methode eine tolle Arbeitshaltung entwickelt, denn sie haben gelernt, dass sie am Wochenende nur wenig zu tun haben, wenn sie ihre tägliche Arbeit in der Schule gut machen. Einige Kinder überarbeiten - im Rahmen der täglichen Freiarbeitsphasen - direkt im Anschluss an meine Korrektur und haben dann am Wochenende gar nichts mehr zu tun.
So lernt jedes Kind in seinem eigenen Tempo, wird weder überfordert noch unterfordert und erfährt regelmäßig positives Feedback. Mehr noch, gerade die Förderbänder ermöglichen eine enge Rückkopplung mit den Eltern. Die Eltern wissen sehr genau, wo ihre Kinder stehen und erhalten Lernmaterial zum Üben und Vertiefen oder zur ergänzenden Förderung.
Die Rückmeldungen aus der Elternschaft lassen hoffen. Demnach bieten die Förderbänder eine wichtige Orientierungshilfe. Sie entstressen den Nachmittag, da Ungeübtes nicht abverlangt wird, sondern Geübtes zu vertiefen ist und tragen dazu bei, den Unterricht und das Lernen für alle Akteure transparent zu gestalten.
Tags: Eltern, Förderbänder, Freiarbeit, Hausaufgaben, Unterricht Kategorien: Förderbänder, Hausaufgaben, Lernwelt, Material, Niekao Lernwelten | 3 Kommentare »
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