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Archiv der Kategorie ‘Erstschreiben‘
Freitag, den 16. Juli 2010
In NRW sind die Ferien angebrochen. Zeit für Erholung, Freunde, Familie und Muße. Auch eine Zeit, in der man sich in Ruhe auf das kommende Schuljahr einlassen, freuen und vorbereiten kann.
Transparenz für das Kind über den eigenen Lernprozess, regelmäßige und kurzfristige Erfolgsrückmeldungen, das Hantieren mit passgenau auf den Lernanfänger ausgesuchten Materialien, die sich anfassen, beschriften, säubern und fühlen lassen, sind ein Garant für Freude am Lernen. Sie sind ein Motor, der Kinder und ihre Leistungsbereitschaft in der Grundschule antreibt. Kinder wachsen zu starken, selbstbewussten und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten heran, wenn sie in ihren individuellen Bedürfnissen, Stärken und Begabungen wahrgenommen werden und ihr Lernen in wiederkehrenden Freiarbeitsphasen selbstständig weiterentwickeln dürfen. Freies Lernen sollte daher schon im ersten Schuljahr angebahnt werden, um sich über die gesamte Grundschulzeit entfalten zu können.
In unserer aktuellen Sonderkategorie Schulstart stellen wir über die Ferienzeit Materialpakete für Lernanfänger zusammen. Viel Freude damit wünscht Ihnen Ihr Niekao Lernwelten Team!
Tags: Freiarbeit, Grundschule, Übungsmaterial, Unterrichtsmaterial, werkstattarbeit Kategorien: Erstlesen, Erstschreiben, Freiarbeit, Förderbänder, Grundschule, Material, Niekao Lernwelten, Selbstkontrolle, werkstattarbeit, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Sonntag, den 9. August 2009
Ziel der Methode „Lesen durch Schreiben“ ist das Verschriften von Lauten zu Buchstaben mit Hilfe einer Anlauttabelle. Die Kinder schreiben Buchstabe für Buchstabe analog zum Hören auf. Tun sie dies über die Dauer eines ganzen Schuljahres, besteht die Gefahr, dass Kinder das kognitive Erklärungsmuster verinnerlichen, dass Schrift eine reine Umsetzung gesprochener Sprache darstellt. Unsere Schreibung beruht jedoch nicht auf einer Eins-zu-eins-Umsetzung der Lautung, sondern wird durch eine Vielzahl rechtschriftlicher Strategien und Prinzipien bestimmt. Mit dieser Realität werden die Kinder im zweiten Schuljahr konfrontiert, wenn die Orthografie mit Einsatz der gängigen Sprachbücher einen immer höheren Stellenwert einnimmt und über die reine Abhörstrategie nicht bewältigt werden kann.
Kritiker der Methode wie Wilfried Metze belegen in zahlreichen Studien, dass die Rechtschreibleistungen der Kinder in den letzten zehn Jahren eklatant zurückgehen. Und schlimmer noch, im Vergleich der Methoden „Lehrgangsorientierter Fibelunterricht“ und „Offener Zugang zur Schrift über Lesen durch Schreiben“ geht erstere Methode als klarer Sieger hervor. In allen Erhebungen schneiden strukturierte Lehrgänge besser ab als die Methode „Lesen durch Schreiben“. http://www.wilfriedmetze.de/html/gsv.html
Das liegt jedoch nicht an der Methode, sondern an fehlenden Konzepten im Anschluss an die Methode. Die Methode „Lesen durch Schreiben“ stellt eine erste Strategie im Schreiblernprozess dar. Als individueller Einstieg in diesen lebenslangen Prozess vermittelt sie schnelle Erfolgserlebnisse. Das ist ihre Stärke, sie ermöglicht individuellen Lernfortschritt, wirkt stark motivierend und fördert eine positive Lernhaltung der Schreibanfänger. Das Erlernen der Phonem-Graphem-Korrespondenz, also die Zuordnung von Lauten zu Buchstaben, beschränkt sich jedoch bekanntermaßen nicht nur auf das Gehör, sondern setzt ein gezieltes Strategienlernen voraus. Hiermit muss daher zu Beginn des zweiten Schuljahres angesetzt werden.
In den modernen Sprachbüchern findet endlich eine Ablösung vom rein visuellen Wortschatztraining hin zum Strategienlernen statt. Der Weg ist gut, doch fehlt eine Strukturierung, eine Isolierung der Schwierigkeiten. Kinder, deren einziges zur Verfügung stehendes „Werkzeug“ zum Verschriften von Sprache das Ohr ist, können nicht von heute auf morgen auf den visuellen Lernkanal umschwenken und erfolgreich Wortbilder verinnerlichen. Das haben sie noch nicht gelernt!
Ihr bisheriger kognitiver Zugang zur Schrift war das Gehör. Dieser Zugang muss nun in kleinen Schritten ergänzt und erweitert werden. Jede Strategie ist ein neues Werkzeug in ihrem „Strategienkoffer“, mit dem sie den Urwald der Rechtschreibung lichten und sich ihren Weg zu sicheren Rechtschreibern bahnen können. Für den Lehrer besteht die Herausforderung, diese Strategien sinnvoll zu strukturieren. Bei guter Planung bauen Strategien aufeinander auf. Sie lassen sich entdecken, begreifen und damit auf neue Schwierigkeiten transferieren. Wer verinnerlicht hat, dass es kurze und lange Vokale gibt, ist gut vorbereitet für das Dehnungs-h, das tz und die Schärfung beim s. Wer durch Mehrzahlbildung die Auslautverhärtung beim d und t beherrscht, kann diese Strategie auch für das b und p, das g und k anwenden.
Eine Isolierung der Schwierigkeiten gelingt im Konzept der Rechtschreibwerkstatt von Sommer Stumpenhorst. Die hierbei vorausgesetzte Arbeitshaltung der Lernanfänger, in individuellem Tempo selbstgesteuert zu lernen, überfordert jedoch viele Kinder.
Es ist kein Widerspruch, insbesondere bei heterogener Zusammensetzung einer Lerngruppe und bei hoher Klassenstärke, einen gelenkten Gleichschritt anzuraten. Er gibt sowohl den Schülern als auch der Lehrkraft Sicherheit und Selbstvertrauen und lässt niemanden zurück. Um allen Kindern gerecht zu werden, gilt es, innerhalb dieses Gleichschrittes individuelle Freiräume zu ermöglichen.
In meiner Unterrichtspraxis habe ich mit Beginn des zweiten Schuljahres Schritt für Schritt im Klassenverband wesentliche Rechtschreibstrategien erarbeitet, deren Einsatz und Anwendung die Kinder über vielfältiges Freiarbeitsmaterial automatisiert haben. Die differenzierenden Freiarbeitsmaterialien zum aktuellen Übungsschwerpunkt öffneten den Unterricht, erhielten die Lernfreude und setzten das individuelle Lernen des ersten Schuljahres im strukturierten und gelenkten Rechtschreibunterricht des zweiten Schuljahres fort. Wöchentliche ungeübte Diktate wurden vom Wortmaterial her isoliert und auf den aktuellen Lernstand zugeschnitten. Schreibungen, welche dem Lernstand noch nicht entsprachen, wurden konsequent ausgeklammert. Auch bei der Korrektur freier Schreibungen wurden konsequent nur diejenigen Falschschreibungen markiert, welche dem aktuellen Lernstand entsprachen. So hatten die Kinder zu jeder Zeit einen transparenten Blick auf die aktuellen Anforderungen, auf ihren tatsächlichen Lernstand und damit auf ihre in der Freiarbeit zu bedienenden individuellen Reserven. Mit dem Ende der Klasse 3 wurde eine Isolierung des Wortmaterials überflüssig. In Klasse 4 wird der Umfang der diktierten Texte von 90 auf 120 Wörter steigen.
Spannend zum Weiterlesen
Im Rahmen einer Fachtagung für Schulrätinnen und Schulräte in NRW wurden Prof. Dr. Hans BRÜGELMANN, Prof. Dr. Wolfgang EICHLER, Dr. Jürgen REICHEN und Wilfried METZE zu einem Fachgespräch über den Anfangsunterricht im Lesen und Schreiben eingeladen, weil die Fachdiskussion durch die zunehmende Öffnung des Unterrichts und Verbreitung freien Schreibens einereits, durch die Klagen über mangelnde Rechtschreibung bzw. der Qualitätssicherung andererseits für viele Lehrerinnen und Lehrer unübersichtlich geworden ist. Das Fachgespräch hatte die Zielsetzung, verschiedene Positionen auszutauschen und Standpunkte zu verdeutlichen. Zur Vorbereitung des Fachgesprächs haben alle vier Referenten Fragen schriftlich beantwortet. Die Fragen und Antworten werden hier getrennt dargestellt.
Letztlich ist jede Methode und jeder Ansatz immer nur so gut wie der Lehrer, oder die Lehrerin, die ihn lebt und vertritt. Gerade zum Schuljahreswechsel stelle ich mich und meine Methoden immer wieder in Frage und bin damit sicher nicht allein. Ich denke, ich habe meinen Weg gefunden, denn ich erfahre viel Bestätigung im Alltag. Vielleicht helfen euch die Links, euch ebenfalls individuell zu positionieren und eventuell ermutigen sie euch sogar, ganz eigene neue Wege zu gehen. Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches neues Schuljahr!
Steffi
Tags: Lesen durch Schreiben, Schlagwort hinzufügen Kategorien: Erstschreiben, Rechtschreibung | 1 Kommentar »
Samstag, den 12. Juli 2008
Schon seit gut einem Jahr liegt sie auf dem Tisch und es brauchte schon die Ruhe der Sommerferien, um sie endlich aufzubereiten. Nun ist sie online und ich schlage drei Kreuze ;O) 424 Dateien in 34 Ordnern, 105 MB, knapp 1000 Seiten … War das ein Projekt!
Buchstabenwerkstatt für die Klasse 1
Als begeisterte Anhängerin des selbstbestimmten und freien Lernens war es mir ein Anliegen, das vorliegende Material in eine Form zu bringen, die auch einen offenen Ansatz ermöglicht. So habe ich aus dem Ursprungsmaterial 12 Übungen zu jedem Buchstaben und zu jeder Buchstabenverbindung isoliert und immer wieder gleich aufbereitet. Dazu gibt es einen rein ikonischen Laufzettel, der sich variabel auf jeden Buchstaben beziehen lässt und den auch Nichtleser verstehen.
ein variabel einsetzbarer Laufzettel.
Es bietet sich an, die ersten Buchstaben mit den Kindern gemeinsam zu erarbeiten und sie dann Stück für Stück auf ihren Weg zu entlassen. Egal mit welchem Lehrwerk Sie arbeiten, ob Konfetti oder Tinto oder ganz frei… Immer benötigen Sie sinnvolles Zusatzmaterial. Hier liegt die Stärke dieser Werkstatt. Sie begleitet die Kinder durch das komplette erste Schuljahr.
Ich wünsche ganz viel Freude damit!
Tags: Buchstaben, Buchstabenwerkstatt, Freiarbeit, Grundschule, Laufzettel, Rechtschreibung Kategorien: Erstlesen, Erstschreiben, Freiarbeit, Grundschule, Niekao Lernwelten, Selbstkontrolle, werkstattarbeit | 3 Kommentare »
Freitag, den 28. März 2008
Im Lamy-Grundschulblog bin ich über einen Artikel gestolpert, der sich mit dem “Problemkind” Benni und seinen Schwierigkeiten im Bereich des Erstschreibens beschäftigt. Der Beitrag macht wieder einmal deutlich, wie intensiv man sich um einzelne Schüler kümmern muss, denen das elementare Hören der Laute einfach schwer fällt. Oft geht dies einher mit einer undeutlichen Aussprache und einem Verschleifen der Laute beim Sprechen. Sehr akzentuiertes und deutliches Sprechen ist für diese Kinder besonders wichtig.
Doch in jeder Klasse gibt es einen Benni, manchmal heißen er oder sie auch Marvin, Kevin oder Chantal. Diese Kinder lernen zusammen mit Albert-Friedrich, Marie-Luise oder Benedikt-Lisander :0). Die einen mühen sich ab mit der Lautanalyse und die anderen haben bereits ihr eigenes Buch dabei. Allen Kindern muss man gerecht werden, will man Schulunlust und damit einhergehende Störfaktoren vermeiden.
Es gilt, die Kinder da abzuholen, wo sie stehen und sie individuell bestmöglich zu fördern. Die ersten Jahre der Grundschule, in der sich die Intelligenz noch voll entwickelt, müssen für jeden Lerner so effektiv wie möglich gestaltet werden.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss der Lehrer oder die Lehrerin den Kindern Unterrichtsmaterialien anbieten, die auf ihren aktuellen Lernstand zugeschnitten sind und welche es ermöglichen, den Kindern ihr individuelles Lernen in die eigene Hand zu legen. Je selbstständiger Kinder lernen, umso mehr Zeit gewinnt die Lehrkraft für ihre Sorgenkinder. Und das nicht nur im Bereich des Lernzuwachses :O)
Die Autoren der Niekao Lernwelten entwickelten ebenso wie die Lehrerin von Benni Unterrichtsmaterial, mit dem Kinder gemäß der individuellen Leistungsfähigkeit das Hören, Lautieren und das Schreiben selbstständig trainieren. Mit Hilfe der Eigenkontrolle erfahren die Kinder im Minutentakt Erfolgserlebnisse. So wird motiviert gelernt und geübt und jedes Kind entwickelt sich entsprechend seinen Anlagen weiter.
Tags: Erfolg, Erfolgserlebnisse, Erstschreiben, Hören, Laute, Unterrichtsmaterial Kategorien: Erstlesen, Erstschreiben, Niekao Lernwelten | 0 Kommentar »
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