Alles über Unterricht, Lernmaterial und Lernwerkstätten von Niekao Lernwelten  
    Startseite | Shop | Einloggen | Ihr Konto | Warenkorb | Kasse
 
 
 

Archiv der Kategorie ‘Grundschule‘

Schulstart 2010/2011

Freitag, den 16. Juli 2010

In NRW sind die Ferien angebrochen. Zeit für Erholung, Freunde, Familie und Muße. Auch eine Zeit, in der man sich in Ruhe auf das kommende Schuljahr einlassen, freuen und vorbereiten kann.

Transparenz für das Kind über den eigenen Lernprozess, regelmäßige und kurzfristige Erfolgsrückmeldungen, das Hantieren mit passgenau auf den Lernanfänger ausgesuchten Materialien, die sich anfassen, beschriften, säubern und fühlen lassen, sind ein Garant für Freude am Lernen. Sie sind ein Motor, der Kinder und ihre Leistungsbereitschaft in der Grundschule antreibt. Kinder wachsen zu starken, selbstbewussten und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten heran, wenn sie in ihren individuellen Bedürfnissen, Stärken und Begabungen wahrgenommen werden und ihr Lernen in wiederkehrenden Freiarbeitsphasen selbstständig weiterentwickeln dürfen. Freies Lernen sollte daher schon im ersten Schuljahr angebahnt werden, um sich über die gesamte Grundschulzeit entfalten zu können.

In unserer aktuellen Sonderkategorie Schulstart stellen wir über die Ferienzeit Materialpakete für Lernanfänger zusammen. Viel Freude damit wünscht Ihnen Ihr Niekao Lernwelten Team!Cute blond girl has her first day at school

Tierschutzaktion von Grundschülern

Donnerstag, den 29. April 2010

Liebe Lehrer/innen und Schüler/innen,
jährlich werden Tausende Haus- und Wildtiere von Menschen gequält, vernachlässigt, ausgesetzt oder gar getötet. Auch in Deutschland steigt die Zahl der misshandelten Tiere leider immer mehr an. Damit Erwachsene bereits im Kindesalter lernen, dass man Tieren Respekt und Fürsorge entgegenbringen soll, haben wir zusammen mit der Dortmunder Organisation Arche 90 eine kleine Tierschützer-Werkstatt für Grundschulen und Klasse 5 herausgegeben.

tierschutz

In zwölf Stationen lernen die Kinder, was ein Tierschutzverein macht, über die Krötenhilfe, über Igelschutz, Hilfe für Fundtiere, wie viel Tierschutz kostet, Hilfe für verwilderte Katzen u. v. m. Mit den begleitenden Aufgaben können sich die Schüler dabei ein eigenes Tierschützerbuch erstellen und lernen in ergänzenden Arbeitsblättern aus Situationen in der Praxis, wie man sich in akuten Fällen verhalten muss.

Darüber hinaus möchte Niekao weiter zur Mithilfe anregen: Am 3. Juli 2010 findet in NRW in Lünen die „Nacht der Jugendkultur“ statt. In der ganzen Innenstadt gibt es ein buntes Programm von und für Kinder von der Grundschule bis zum Abitur. Wir möchten die Jüngeren zu einem Wettbewerb aufrufen: Gestaltet zu allen zwölf Tierschutzstationen im Klassenverband euer eigenes Plakat! Die zwölf besten Plakate aus allen Themen werden am Arche-90-Stand ausgestellt, alle anderen Plakate haben die Chance, in Lünen in einem ehemaligen Kaufhaus ausgestellt zu werden. Außerdem belohnt Niekao das gelungenste und fantasievollste Poster, das aus den zwölf Themen entstanden ist, mit einem Gutschein für Niekao-Werkstätten im Wert von €150,00!

Nachgedacht und mitgemacht! Schickt Eure Poster bis zum 21. Juni 2010 an die Adresse der Redaktion,
Niekao Lernwelten, Niederhofer Kohlenweg 16, 44267 Dortmund.
Der Einsendeschluss trägt das Datum des Poststempels, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir freuen uns schon auf viele tolle Tierbilder und Poster!

Darüber hinaus gibt es für alle Teilnehmer etwas zu gewinnen! Niekao verlost zehn Tierschützer im Supermarkt Werkstätten für die Kleinen Tierschützer ab Klasse 2.

Werkstatt Strom - Endlich ging es los

Dienstag, den 9. März 2010

Heute war ein großer Tag. Die Werksatt Strom wurde eröffnet. Die Kinder waren so froh! Sie hatten mich über Tage geduldig beim Aufbau beobachtet und ich gebe zu, er war aufwändig. Auch auf den Versand der Batterien und Lämpchen mussten wir eine Weile warten. Doch heute war es wie immer, wenn die Kinder in der Arbeit stecken. Sie strahlten vor Begeisterung, Enthusiasmus, Neugierde und Entzücken. Ihre Forscherbücher beschrifteten sie mit Liebe zum Detail und ich kann nur immer wieder sagen, dafür lohnt sich jeder Aufwand. Die Kinder danken es uns und es ist die reine Freude, sie zu beobachten. Damit mir die Forscher und Entdecker in ihrem Eifer nicht alles durcheinander bringen, haben wir gemeinsam überlegt, wie sich das vermeiden lässt. So entstanden die Regeln auf dem zweiten Foto. Und so konnte ich mich entspannt zurücklehnen und nach Herzenslust fotografieren und mitexperimentieren.
Liebe Verena einen Versuch haben wir nicht hinbekommen. Wir wollten es in der Dunkelheit blitzen lassen und waren dafür sogar im gruseligen Schulkeller. Es hat nicht geblitzt. Ob das an der schwarzen Auflaufform lag? Vielleicht war die nicht aus Alu…
folie15

folie25

folie32

Kreative Lektürearbeit - Zum Lesen verlocken

Sonntag, den 31. Januar 2010

Wie man eine Ganzschrift im Unterricht einsetzt, hängt wesentlich vom Entwicklungsstand der Kinder ab. In jedem Fall muss differenziert werden, damit die Leistungsheterogenität der Kindern nicht ihrer Leselust entgegenwirkt. Lautes Lesen im Klassenverband ist keine geeignete Methode, auf Lesen Lust zu machen. Denn es gibt sie in jeder Klasse, die langsamer lernenden Kinder, die durch einen Lesetext holpern und stolpern, die leiden und sich schämen. Und es gibt die anderen Kinder, die flüssig lesen, die sich langweilen und sich – wie man heute so schön sagt – für die langsameren Leser „fremdschämen“. Um zu freudigen Viellesern zu werden, sollten alle Kinder die Erfahrung machen, dass Buchlektüre spannend, anregend und unterhaltsam sein kann. In diesem Sinne entstand unser Lektürepaket in Zusammenarbeit mit Stefanie Neumann und der Erzählerin Daria Nitschke. Daria Nitschke ist Pädagogin, Puppenspielerin und Erzählerin. Sie liebt es, Geschichten zu erzählen oder vorzulesen und sie lebendig werden zu lassen. Sie hat selbst bereits Geschichten und CDs veröffentlicht und betreibt in Dortmund das Kindertheater „Die Märchenbühne“. Für Niekao Lernwelten hat sie die Ganzschrift “Joy und die Kummerwichte” professionell eingesprochen.

cover

Stefanie Neumanns Geschichte steckt voller lebendiger Dialoge, gespickt mit humorvollen Sprachspielereien, welche die Kinder zu eigenen kreativen Textproduktionen anregen. Neben diesem spielerischen Umgang mit Sprache steckt viel Weisheit in den Kapiteln, welche Joy durch das Jammerland führen. Schritt für Schritt lernt Joy sich selbst neu kennen, erstarkt und findet am Ziel der Reise neue Hoffnung. Diese wesentlichen Entwicklungsschritte Joys werden im umfangreichen Begleitmaterial zur Lektüre aufgegriffen. Die Kinder werden in zahlreichen Übungen dazu motiviert, sich in Joy hineinzuversetzen, zu Handlungen der Figuren Stellung zu nehmen, zu schlussfolgern und zu interpretieren. Bei der Konzeption der Arbeitsblätter wurden sämtliche im Lehrplan formulierten Lese- Schreib- und Sprachkompetenzerwartungen zugrunde gelegt und werden in der Auseinandersetzung mit dem Material trainiert. Neben der Sinnerfassung, dem kreativen Umgang mit Sprache und dem Verfassen eigener adressatengerechter Texte liegt ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung im lauten Lesen. Viele Textabschnitte werden in Partner- und Gruppenarbeit für den lebendigen und erfolgreichen Lesevortrag vorbereitet. So kann jedes Kind beim Lesevortrag glänzen und diesen als bereichernd und wohltuend empfinden. Eine ideale Voraussetzung, selbst einmal ein Vielleser zu werden.

Europa bei den Delfinen

Samstag, den 16. Januar 2010

In unserer Schmökerkartei lernen die Kinder alle 45 Länder Europas kennen. Sie lesen darin in der Freiarbeit oder mit Partnern im Klassenunterricht. Gerne gebe ich den Kindern die Karten mit nach Hause. Sie haben dann die Hausaufgabe, die Angaben der Tabelle auf der Kartenrückseite in einen Fließtext zu verwandeln. Außerdem sollen sie mindestens ein bis zwei Fakten zum Land notieren, die sie erzählenswert finden. Die meisten Kinder nutzen die Links auf den Karten und lesen auch zu Hause auf ausgewählte Kinderseiten im Internet. Viele recherchieren freudig weiter und bringen sogar eigene Links mit. Täglich spielen wir in der Schule „Blitzlicht – Europa.“ Jedes Kind erzählt ein oder zwei Sätze zu dem Land, über das es gelesen hat. Dann ist das nächste Kind dran. Abwechselnd stehen Kinder an der Wandkarte und zeigen auf das Land, über das gerade erzählt wird. Wenn sie es nicht finden, leitet die Klasse sie mit dem alten Spiel „warm, wärmer, heiß…. oder eben kalt, kälter, eiskalt“ zum Ziel. Europa ist ein toller Kontinent. Bunt, lebendig, vielfältig und interessant. In der Arbeit mit der Werkstatt Europa erfahren die Kinder wesentliche Inhalte zur EU, deren Organe und Funktionen. Sie zeichnen Diagramme, vergleichen Daten und beschriften Karten. Eine schnelle Orientierung auf der Europakarte sowie die sichere und automatisierte Zuordnung von Ländern und deren Hauptstädten, Länderkennzeichen oder Beflaggung verinnerlicht sich am einfachsten spielerisch. Hierzu eignet sich unsere Spiele-Sammlung. Diese haben wir im Klassenverband laminiert und ausgeschnitten. Letzten Freitag haben wir dann zwei Stunden nur „gespielt“. :O)

kinder_europawerkstatt2

kinder_europaspiele2

Basteln im Herbst mit Kastanien und Co

Samstag, den 31. Oktober 2009

Passend zur Jahreszeit hatten die Delfine am 29. Oktober einen Herbstbasteltag. Es wurde gehämmert, geklebt und ich selbst bohrte auf Anweisung etwa 1000 Löcher in die Früchte des Waldes.
Viele fantasievolle Herbstwesen bevölkerten schon bald den Klassenraum. Es entstanden Eichelschlangen, Kastanienmonster und Tannenzapfendrachen. Der große Zapfendrache ist eine Gemeinschaftsarbeit von Antonia, Marlene und Lisa. Sie haben ihn mir geschenkt. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Für meine nächste Klasse. Ob das vielleicht mal eine Drachenklasse wird?
Vielen Dank, Ihr Lieben!!!

herbstbasteleien_1

Besuch in einem traditionellen Sasakdorf in Lombok

Donnerstag, den 27. August 2009

Meine Zeit mit den Kindern der Oase war wunderbar und ich habe gespürt, dass ich in Indonesien einiges bewegen kann und will. Tolle Menschen begleiten mich dabei dabei. So zog es mich weiter in ein traditionelles Sasakdorf, das ich seit 1992 kenne.
Bei meinem ersten Besuch 1992 gab es in dem Dorf kein Wasser und keinen Strom. Die Dorfbewohner mussten ca. 6 km weit laufen, um sich zu waschen.
Einmal in der Woche nahmen die Bewohner diesen Fußmarsch auf sich, und wenn sie zu Hause ankamen, waren sie wieder staubig. Bei meinem letzten Besuch 1994 hatte das Dorf einen Wasseranschluss bekommen. Es gab einen Waschraum für Männer und Frauen. In dem Waschraum der Frauen entdeckte ich damals einen Luffaschwamm und erkundigte mich, wo man den kaufen könne. So fragt halt jemand, der den Luffaschwamm in Deutschland im Reformhaus kauft. Zu meinem Erstaunen erfuhr ich, dass die Luffaschwämme hier auf Bäumen wachsen, und sofort kletterten Menschen auf einen Baum, und ich konnte mich vor Luffageschenken kaum retten.
In dem Dorf gab es damals kein Geschäft und keine Schule. Nur wenige Kinder besuchten eine Schule, da sie sehr weit laufen mussten. Das Faszinierende für mich war die Sauberkeit in dem Dorf. Es lag kein Abfall herum, was hier sehr ungewöhnlich ist.

Letzte Woche besuchte ich das Dorf nach fünfzehn Jahren wieder.
Außerhalb des Dorfes hat sich einiges verändert. Es gibt einen sehr einladenden großen Vorplatz und eine Schule. Im Dorf selbst ist alles so geblieben, wie ich es von früher kannte. Zu meinem Erstaunen erkannten mich einige Menschen und erinnerten sich, dass ich damals immer Shampoo mitgebracht hatte. Das hatte ich natürlich auch diesmal wieder im Gepäck, und es war sehr berührend zu erleben, wie sich die Kinder über ein Tütchen Shampoo freuten. Ich konnte beobachten, wie alle sehr darauf achteten, dass alles gerecht verteilt wurde. Es gab keinen Zank und Streit. Neid und Missgunst scheint es in dem Dorf nicht zu geben.
Gegen Ende meines Besuches schaute ich mir die Schule an. Sie wurde von Holländern gesponsert und sieht aus wie alle Schulen hier. Ein lang gezogenes Gebäude mit Tafel, braunen Tischen und Stühlen, sowie einem Bücherschrank in den Klassen.
Zu Hause angekommen hatte ich die Idee, der Schule Materialien von Niekao zu schenken. In einem Internetcafe druckte ich die „Plättchen in der Hand“ aus und laminierte sie in einem Laden.
Fünf Tage später hatte ich wieder die Gelegenheit, ins Dorf zu fahren.
Dieses Mal erlebte ich etwas ganz Besonderes - eine traditionelle Sasaktaufe und wurde Taufpatin des 5 Tage alten Mädchens Hikma. Es war ein sehr ergreifender Moment für mich, dieses neu geborene Menschenkind während der Zeremonie in den Armen zu halten. Hikma bekam aus einem Naturstoff einen braunen Punkt auf Stirn und Hals zum Schutz vor bösen Geistern, damit sie in ihrem irdischen Leben nicht gestört werde.
Nach einem köstlichen Essen, das alle Frauen des Dorfes gekocht hatten, war es wieder Zeit, Geschenke zu verteilen. Ein Kind benutzte das Shampoo als Haarstyling, ein anderes verwechselte die Seife mit einer Süßigkeit und biss hinein. Ich kam nicht auf die Idee, die Anwendung von Shampoo und Seife zu erläutern.
Die „Plättchen in der Hand“ von Niekao waren der Hit. Erwachsene wie Kinder erfreuten sich, die fehlenden Plättchen zu ergänzen. Mangels roter Plättchen benutzten wir Steine als konkretes Material. Es war faszinierend wie schnell und ohne Erklärung das Prinzip der Selbstkontrolle, das ja ein elementares Montessoriprinzip ist, von allen begriffen und angewandt wurde.
Mögen euch die Fotos in eine Welt ohne technischen Fortschritt, aber in eine Welt glücklicher Menschen einladen.

folie13folie23

Liebe Grüße
eure
Gabriela

Stress im Lehrerberuf

Donnerstag, den 26. Februar 2009

Chronische Erschöpfung, Magenbeschwerden oder Tinnitus, - nicht einmal jeder zehnte Pädagoge erreicht die gesetzliche Altersgrenze.

Die Gründe liegen auf der Hand.
Die Schülerschaft unterliegt einem Wandel. Konzentrationsleistungen und Disziplin fallen den Kindern schwerer, Konflikte unter den Schülern nehmen zu. Zeugnisse, Konferenzen, Schulprogrammarbeit, die saisonalen und auch alltäglichen Mehrbelastungen steigen stetig und kontinuierlich an. Zugleich wird das Anspruchsdenken von außen immer größer. Wir Lehrer arbeiten auf einer öffentlichen Plattform. Rechtfertigungsdruck und anwachsende Erziehungsaufgaben gehen Hand in Hand mit Sparmaßnahmen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Und als ob das nicht genug wäre, entspricht die Anerkennung unseres Berufes in der Gesellschaft weder unserem Einsatz noch unserem Ausbildungsstand.
Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Idee der Niekao Lernwelten. Aus der Praxis erwachsen und für Sie aufbereitet, möchten wir Ihnen ein Instrumentarium an die Hand geben, welches das Lehrerdasein erleichtern und Ihre Stressbelastung mindern soll.

  • Mit unseren Rubriken „Förderung bei Lernstörungen“, “Rechenschwäche” und “Konzentration” reagieren wir auf die sich wandelnden Anforderungen an einen sinnvollen Förderunterricht.
  • In unserer Rubrik „Organisation des Alltags“ sammeln wir Arbeiten, die im Alltag immer wieder anfallen und dennoch nicht immer wieder neu erfunden werden müssen. Zurzeit entsteht ein großes Paket rund um die Organisation von Klassenfahrten.
  • Über unser stetig wachsendes Materialangebot für die Freiarbeit möchten wir Sie ermutigen, sich tägliche Freiräume zu schaffen. Indem Sie das Festigen und Trainieren von Lerninhalten über motivierendes und individualisierendes Unterrichtsmaterial organisieren, gewinnen Sie echte Zeit für sich und Ihre Kinder. Zeit für die Lernbeobachtung und Erfolgskontrolle, Zeit zur Lösung von Konflikten und für die Einzelförderung.
  • Für den fachfremden Unterricht in den Fächern Kunst und in Kürze auch Musik, erstellen wir umfangreiche Arbeitsblattsammlungen, die Ihnen lange Planungs- und Vorbereitungszeiten ersparen sollen.

    Wir können die Schullandschaft nicht verändern. Unsere Einflussmöglichkeiten enden da, wo Schulhierarchien Gestaltungsspielräume begrenzen, wo Bürokratie über Erziehung steht, wo Sparmaßnahmen und Lärmbelästigung von bis zu 90 Dezibel in Turnhallen und Pausenhallen an den Nerven zerren.
    Doch wir haben die Hoffnung, eine Idee in die Schulen zu tragen, die nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrenden mit ihren Befindlichkeiten und Belastungen in den Fokus nimmt. Es ist die Idee einer Lernwelt, in der LehrerInnen mit Freude entspannt arbeiten und gesund altern.

  • Dyskalkulie - neue Rubrik in den Niekao Lernwelten

    Dienstag, den 3. Februar 2009

    Dyskalkulie ist nicht immer leicht zu erkennen.
    Folgende oder ähnliche Symptome können bei einer Dyskalkulie auftreten:

    • Das Kind benötigt zum Rechnen Hilfsmittel. Es nutzt es seine Finger zur Anschauung.
    • Es hat Probleme, mathematische Zeichen und Symbole zu erkennen.
    • Es fällt ihm schwer, graphische Darstellungen oder Tabellen zu lesen.
    • Die Zuordnung von Mengen und Zahlen bereitet Probleme.
    • Mengen können nur schlecht eingeschätzt werden.
    • Das Kind hat Schwierigkeiten im Umgang mit Gewichts- und Längenmaßen, Geld- und Zeitangaben.
    hands

    Training für Kinder mit Herausforderungen im Bereich Dyskalkulie
    Entscheidend für die Entwicklung des Zahlbegriffs ist die Verknüpfung von Zahl und Menge. Erste mathematische Grundlage ist daher die Erkenntnis, dass Kardinalzahlen unveränderlich gleiche Mengen repräsentieren. Über handlungsorientierte Übungen mit Gegenständen können Sie spielerisch mit Ihrem Kind trainieren.

    Tipp: Zerschneiden Sie einen alten Holzperlenvorhang oder eine Holzperlensitzauflage für das Auto. Alte Knopfsammlungen sind auch geeignet.

    Lassen Sie Ihr Kind feste Perlenmengen nach Farben und Formen sortieren. Verändert sich dabei die Gesamtmenge?

    Lassen Sie das Kind kleine Mengen zählen, gleiche Mengen legen, Mengen miteinander vergleichen.
    Teilen Sie eine feste Menge immer wieder unterschiedlich auf! (5 = 4 und 1, 3 und 2, 2 und 3, 1 und 4).
    Bleibt die Menge trotzdem immer gleich?

    Legen Sie verdeckt eine kleine Menge von Perlen ab. Lassen Sie Ihr Kind einen kurzen Blick auf die Perlenmenge werfen. Verdecken Sie die Perlen wieder mit einem Tuch. Kann das Kind die Perlenmenge simultan erfassen und die Menge benennen?
    Lassen Sie Ihr Kind Mengen schätzen und zählen. Ordnen Sie eine feste Perlenmenge in einer Reihe unterschiedlich an! Vergrößern sie bei gleicher Perlenmenge die Abstände zwischen den Perlen. Werden es dadurch mehr Perlen oder bleibt die Menge gleich?

    Legen Sie mit den Perlen Musterreihen. Ihr Kind soll die Muster erkennen und nachlegen. Beginnen sie Musterreihen, welche Ihr Kind erkennen und fortsetzen soll.

    In der täglichen Unterrichtspraxis fehlt es oft an Zeit und Raum zur Umsetzung solcher Übungen. In unserer Rubrik „Rechenschwäche“ sammeln wir daher ab sofort Freiarbeitsmaterialien für Sie, welche die Kinder befähigen, selbstständig zu üben und zu trainieren.

    Aufsätze schreiben - Texte überarbeiten in der Grundschule

    Sonntag, den 23. November 2008

    Motiviert durch die Erfolge meiner Kinder im Rechtschreibunterricht habe ich auch im Bereich Aufsatz neue Wege gesucht und ein Konzept erarbeitet, mit dem die Kinder bisher sehr erfolgreich arbeiten. Das ermutigt mich, Ihnen dieses Konzept zu erläutern und anzubieten.

    Der Gedanke und Leitfaden meines Konzeptes ist der folgende:

    So wie Kinder in erster Linie durch Adaption das Sprechen lernen, möchte ich ihnen die Möglichkeit geben, auch den schriftlichen Sprachgebrauch in großen Bereichen durch Adaption zu erlernen.
    Daher präsentiere ich den Kindern dieselbe Geschichte immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln. Sprachlich anspruchsvoll dargeboten, hat jede Variante genau das eine sprachliche Manko, an dem wesentliche Fertigkeiten erarbeitet und geübt werden. Die ansonsten gute Vorgabe soll – so hoffe ich – Eingang finden in das Unterbewusstsein der Kinder und eines Tages von dort erinnerbar und abrufbar sein. Mehr noch, im Idealfall gelingt der Transfer verinnerlichter Erzählstrukturen auch auf neue Inhalte.

    Um das zu ermöglichen, habe ich eine Bezugsperson und eine Rahmenhandlung gewählt, die meine Kinder berühren. Ein Teddy geht bei einem Picknick verloren und verbringt die Nacht im Wald.

    Aufsatzübung 1 – Hier fehlt doch etwas

    Aufsatzerziehung 1 - Hier fehlt doch etwas

    Erstes Ziel meines Konzeptes ist es, die Kinder für die Vollständigkeit eines Satzes zu sensibilisieren. Schreibanfänger verlieren beim Notieren ihrer Gedanken oft den roten Faden und vergessen Verben oder andere, für das Satzverständnis wesentliche, Angaben.
    Hier ein typisches Beispiel:

    Auf dem Flohmarkt haben Mama und ich eine Lampe, eine Tischdecke und eine super Garage für meine Autos und wir haben da noch Waffeln gegessen.

    Die Aufsatzübung 1 umfasst 9 Übungen. Die Kinder lernen, fehlende Angaben zu identifizieren und zu ergänzen. Dies tun sie an vier kleinen Märchentexten, welche im Anschluss jedes Mal abgeschrieben werden.
    Zur Vollständigkeit eines Satzes gehören auch Satzschlusszeichen. Schritt für Schritt werden die Satzschlusszeichen „Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen“ erarbeitet. Dies geschieht an Redewendungen und Sätzen, welche die Rahmengeschichte „Teddy im Wald“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Am Ende der Arbeitsblattserie steht der erste bewertete „Aufsatz“.
    Die Kinder erhalten einen rudimentären Text. Dieser beschreibt die Geschichte des Teddys bis zu dem Moment, an dem er verloren geht. Die Kinder markieren fehlende Wörter durch ein Auslassungszeichen, ergänzen passende Wörter an diesen Stellen und setzen die Satzschlusszeichen. Anschließend übertragen sie den so überarbeiteten und aufgewerteten Text in ihr Aufsatzheft.
    Bewertet habe ich diesen ersten Aufsatz nach folgendem Raster:

    Aufsatzübung 2 – wechselnde Satzanfänge

    Aufsatzerziehung 2 - wechselnde Satzanfänge

    In der zweiten Arbeitsblattserie erarbeiten die Kinder wechselnde und passende Satzanfänge. In kleine Märchentexte kleben sie vorbereitete Satzanfänge. Diese Variante (vorgegebene Satzanfänge werden ausgeschnitten und können variabel im Text aufgelegt werden) ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der sprachlichen Gestaltung eines Textes. Die Kinder variieren die Position aller Satzanfänge in allen Sätzen so lange, bis der Text für sie am besten klingt. Erst dann kleben sie die Satzanfänge auf und schreiben den überarbeiteten Text in ihr Heft. Im Folgenden lernen die Kinder, dass Satzanfänge verraten können, wer etwas tut, wann etwas geschieht und wo etwas geschieht. Eine Wörterwolke mit Satzanfängen zur Teddygeschichte wird nach diesen Kriterien geordnet und sortiert. Für die Hand der Kinder habe ich einen Satzanfangsfächer gestaltet, der den zeitlichen Aspekt eines Satzanfanges beinhaltet.

    Mit diesem überarbeiten die Kinder sprachlich anspruchsvolle Varianten der Teddygeschichte, deren Manko langweilige Satzanfänge sind. Außerdem ergänzen sie fehlende Wörter oder Satzteile und passende Adjektive.
    Im Rahmen dieser Arbeitsblattserie üben die Kinder an unterschiedlichen Teddytextvarianten die Unterscheidung von Satzanfängen nach Ortsangaben, Personenangaben bzw. Zeitangaben.
    Im zweiten bewerteten Aufsatz unterscheiden die Kinder Satzanfänge farbig nach Ort- Zeit- und Personenangaben, ordnen sie einer weiteren Variante des Teddytextes zu und ergänzen diesen durch den Einsatz passender Adjektive und Satzschlusszeichen. Im Gegensatz zu den Satzanfängen sind die Adjektive nicht vorgegeben und müssen selbst gefunden werden. Abschließend wird der überarbeitete Text abgeschrieben.
    Die Kinder haben für diese Aufgaben eine bis zwei Schulstunden benötigt. Erst am nächsten Tag haben sie ihren Text noch einmal überprüft und abgeschrieben.
    So wurde der zweite Aufsatz bewertet:

    Aufsatzübung 3 – jetzt wird es spannend
    Aufsatzerziehung 3 - jetzt wird es spannend
    Am Ende der dritten Arbeitsblattserie sollen die Kinder ihren ersten frei formulierten Aufsatz schreiben. Der erzählerische Höhepunkt wird durch ein Bild vermittelt. Teddy liegt im nächtlichen Wald und ein Wolf schnüffelt an ihm herum. Diese Szene gilt es, spannungsvoll aufzuschreiben.

    Darauf bereiten die Arbeitsblätter dieser Serie vor. Angst kann man sehen, fühlen und/oder hören. Damit lässt sie sich in einem Aufsatz gut beschreiben. Um sich den Beschreibungen angstvoller Zustände zu nähern, lernen die Kinder, sie nach den obigen Merkmalen zu unterscheiden. Dafür kleben sie Symbole (Augen - sehen, Ohr - hören, Herz - fühlen) vor Sätze, welche Angst beschreiben. Im Folgenden erinnern sich die Kinder an Situationen, in denen sie selbst Angst hatten. Außerdem ordnen sie Angstreaktionen des Körpers den passenden Körperregionen zu. Z.B.

    Meine Knie begannen zu zittern.
    Auf meinen Armen bildete sich eine Gänsehaut.

    Auch in dieser Serie werden die Kinder zurück zur Teddygeschichte geführt. Sie stellen sich seine Situation im Wald vor und überarbeiten eine neue Textvariante. Der Text ist so aufgebaut, dass einer Beobachtung des Teddys stets eine sichtbare, hörbare oder fühlbare Angstreaktion folgt. Die Kinder ersetzen jedes „dann“ durch passende Satzanfänge, füllen die Lücken mit geeigneten Adjektiven und beschreiben in Leerlinien, was Teddy in seiner Angst fühlt.
    Zum Schluss lernen sie, die Umgebung des Waldes mit den Augen des Teddys zu sehen und werden dafür sensibilisiert, welche Geräusche oder Bilder dem Teddy Angst einflößen. Auch hier ordnen sie Satzteile vorgegebenen Satzausschnitten zu und probieren durch Variation der Anordnung die sinnvollste sprachliche Gestaltung des Textes aus.
    Über die letzten Übungen trainieren die Kinder die Kombination von Angst einflößenden Sinneseindrücken mit den körperlichen Angstreaktionen auf diese Eindrücke. Sie werden dazu angeleitet, Sätze zu sammeln und anschließend miteinander zu kombinieren.
    In ihrem dritten Aufsatz schreiben die Kinder frei. Eine Struktur erhalten sie durch die Vorgabe, maximal sieben Sätze zu schreiben, welche erzählen wie es dazu kommt, dass Teddy eine Nacht im Wald verbringen muss. Die Beschreibung seiner Not und Angst soll mindestens sechs Sätze umfassen. Für den Schluss sollen maximal fünf Sätze geschrieben werden. Damit möchte ich gewährleisten, dass die Geschichten der Kinder stringent aufgebaut sind, und dass sie die wesentlichen Elemente einer guten Erlebniserzählung im Blick behalten. In diesem Sinne achten die Kinder auf den Einsatz wechselnder Satzanfänge, passender Adjektive und Satzzeichen. Sie kombinieren Situationen, die Angst einflößen mit körperlichen Angstreaktionen und bauen so Spannung auf. Mit einem kurz formulieren Schluss lösen sie diese Spannung schließlich auf.

    Meine Erfahrungen mit dieser Einführung in die Aufsatzerziehung:
    Damit Kinder Angst beschreiben können, müssen sie sich an eigene Ängste erinnern. Wir haben in den letzten Wochen immer wieder Zeit gefunden, über Angsterlebnisse zu sprechen und diese zunehmend plastischer zu beschreiben. Wichtig war auch, dass die entstandenen Texte sehr häufig vorgelesen wurden. So wurden geeignete Redewendungen immer wieder gehört und verinnerlicht. Körperliche Angstreaktionen haben wir pantomimisch dargestellt, oder spielerisch wiederholt, indem ich die ersten Wörter der Sätze dieser Arbeitsblattsammlung genannt habe und die Kinder diese Sätze im Chor zu Ende sprachen.
    Mein Herz – pochte immer schneller. Am ganzen Körper – bekam ich eine Gänsehaut….
    Tatsächlich haben die Kinder viele der in dieser Arbeitsblattsammlung angebotenen Redewendungen verinnerlicht. Fasziniert habe ich beobachtet, dass bis auf zwei Ausnahmen 22 Kinder in ihrem Aufsatz den Satz „ Die Wölfe sangen ihr trauriges Lied“ eingebaut hatten. Meine Kinder haben tatsächlich hervorragende Aufsätze geschrieben. Ich bin nun wahnsinnig gespannt, ob sie ihre erworbenen Fähigkeiten auf einen neuen Sachverhalt transferieren können. Weg von unserem Teddy, hin zu einer neuen Erlebniserzählung.


    Tags:


     
       © Niekao Lernwelten Blog | Shop | WordPress | Beiträge (RSS) | und Kommentare (RSS)