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Archiv der Kategorie ‘Schule‘
Montag, den 21. September 2009
WILLST DU WAS BEWEGEN, MUSST DU DICH BEWEGEN
Diesen Satz hörte ich hier von einer Kollegin aus Hamburg. Es hat sich viel für mich bewegt.
Anbei ein paar Fotos von einem Deutschunterricht in der 10.Klasse der SMA 3 in Mataram. Meine ersten ehrenamtlichen Unterrichtsstunden dort waren völlig unvorbereitet. An meinem ersten Tag in der Schule wurde gerade eine Deutscholympiade durchgeführt, d. h. alle Schulen in Lombok an denen Deutsch unterrichtet wird, hatten zwei Schüler zu dieser Olympiade geschickt. Die jeweils besten zwei Schüler durften zur Landesolympiade nach Jakarta fahren. Da die Deutschlehrerin mit der Organisation sehr beschäftigt war, wurde ich sofort ins kalte Wasser geworfen und sollte drei Klassen ohne Vorbereitung unterrichten.
Vertretungsunterricht in einem fremden Land, in einer fremden Sprache, in einer fremden Schulstufe!! Am Anfang habe ich ganz schön geschwitzt: Meine ersten Unterrichtsstunden in Indonesien! Ich wusste nicht, auf welchem Stand die Schülerinnen und Schüler sind und hatte keine Medien dabei. Was macht man in einem solchen Fall? Sich unterhalten! Dazu stellte ich erst einmal den Klassenraum zur Überraschung aller in Kreisform um, für mich die beste Sitzordnung, um ein Gespräch zu führen. Offenbar war es sehr ungewohnt für die Schülerinnen und Schüler, aber es gefiel ihnen. Die ersten beiden Klassen hatten verhältnismäßig wenig Deutschkenntnisse, daher war es mit einer Unterhaltung schwierig. Was tun in einem solchen Fall? Den Körper hat man immer dabei, und so folgten Wortschatzübungen zum Körper. Auf Wunsch der Schüler nahm ich die Farben hinzu. Die deutschen Fußballclubs waren ebenfalls Thema. Insgesamt hatten wir sehr viel Spaß.
Drei Tage später sollte ich in einer anderen Klasse unterrichten. Mit dem Kollegen hatte ich das Thema „Schulsachen“, abgesprochen, das laut Curriculum durchzunehmen war. Hier kann ich wieder von Glück sagen, dass ich die Niekao Materialien hatte. Habe das Layout des Englischmaterials übernommen, die Fotos zu den Schulsachen waren schnell gefunden. Zur Vorbereitung war nicht viel Zeit, da ich zur gleichen Zeit auf Wunsch des Schulamtes auch an der Grundschule mit internationalem Standard tätig bin, ebenfalls
ehrenamtlich. Am Abend zuvor wollte ich die Materialien ausdrucken, und dann passierte das, was in solchen Fällen hier passiert:Stromausfall!! Wie lange so ein Stromausfall dauert, weiß man nie so genau. Also packte ich meinen Drucker ein, setzte mich ins Taxi und fuhr in mein Stammrestaurant. Dort druckte ich die Arbeitsmaterialien aus. Zu Hause laminierte ich alles und schnitt die benötigten Spiele für die Gruppenarbeit aus. Um 1.00 Uhr nachts war ich fertig und fiel völlig erschöpft ins Bett. Die Arbeit sollte sich lohnen. Schüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert. Ich habe mich natürlich sehr gefreut, wie toll alle mitgemacht haben. Der Lehrer war sehr erstaunt, wie schnell die Schüler die neuen Vokabeln beherrschten. Er erzählte mir, dass die Schüler noch nie mit solchen Medien gearbeitet hätten und will in jedem Fall die Methode kopieren. Der Erfolg dieser Stunde hatte sich schnell in der Schule herumgesprochen. Nun wollen auch die Lehrer mit mir deutsch lernen. Dies wurde von dem Englischlehrer der Schule organisiert. Er sprach mich letzte Woche an und meinte, er habe meinem Unterricht zwar nicht beigewohnt, habe aber die fröhlichen und zufriedenen Gesichter der Schüler gesehen. Morgen habe ich das erste Treffen mit den Lehrern. Es fasziniert mich sehr, wie aufgeschlossen die Kollegen hier sind, Neues zu lernen.

Zum Schluss noch ein Anliegen, ich würde gerne einen Emailaustausch in Deutsch mit Schülerinnen und Schülern der SMA3 in Mataram und Schülerinnen und Schülern in Deutschland vermitteln. Bei Interesse
meldet euch bitte bei mir.
Eure
Gabriela
Tags: Englisch, Flashcards, Fremdsprachenunterricht, Lernen mit Spaß Kategorien: Lombok, Material, Niekao Lernwelten, Schule, Übungsmaterial | 0 Kommentar »
Sonntag, den 13. September 2009
Lombok, 05.09.09
Niekao Werkstatt in Lombok
Die große Begeisterung über die „Plättchen in der Hand“ in Segenter motivierte mich, weiteres Material herzustellen. Ein Kostenüberschlag ergab allerdings sehr schnell, dass es ziemlich teuer werden würde, die Materialien in Geschäften drucken und laminieren zu lassen. Ich selbst bin nicht mobil und bewege mich weitgehend mit Taxi oder dem Bemo, einem Sammeltaxi fort, wobei ich lange Strecken mit dem Taxi fahre. Alles zusammen ist auf Dauer ziemlich kostspielig und zeitaufwendig. Daher beschloss ich, einen Farbdrucker und ein Laminiergerät zu kaufen. Für die Beschaffung der weiteren Materialien, Papier, Lamiertaschen, neue Tinte etc. benötige ich die Hilfe von Freunden, eine Lernaufgabe für mich, da ich gewohnt bin, alles selbst zu erledigen.
Mein Herz jubelte, als ich die ersten Materialien in einer wunderbaren Qualität ausdrucken und laminieren konnte. Sehr schnell waren über 100 Seiten hergestellt, mittlerweile über 300 Seiten. Da es mir zu langweilig war, zu Hause die Materialien auszuschneiden, nahm ich sie in mein Lieblingsrestaurant mit. Es ist einfach wunderbar im Freien in Begleitung des Meeresrauschens Niekaos Rechenraupen, Rechenraketen, Zauberdreiecke, Zauberquadrate etc. auszuschneiden. Sehr schnell interessierten sich Angestellte und Besitzer für meine Arbeit und brüteten über den Lösungen. Die Zauberquadrate zogen alle in den Bann und sind eine harte Nuss. Jefta Hariadi, der Besitzer des Restaurants fand als erster eine Formel zur Lösung der Zauberquadrate. Offen gestanden bin ich noch am Knobeln, finde die Lösung nur durch Ausprobieren. Jefta gab mir allerdings einen entscheidenden Tipp, so dass ich die Aufgaben nun auch rasch lösen kann, aber ich habe noch nicht verstanden, warum das so ist. Bin noch am Brüten. Im Augenblick versucht Jefta mit Freunden den Zauberquadraten Nr. 2 auf die Spur zu kommen, und es ist gleich Mitternacht. Eine spannende Angelegenheit!
Zum Ausschneiden komme ich allerdings nicht mehr, weil das vom gesamten Staff des Restaurants übernommen wird. Es ist eine große Freude zu erleben, mit welcher Begeisterung die Menschen mich hier unterstützen. Dafür bin ich allen von ganzem Herzen dankbar.
Ohne die Materialien von Niekao könnte ich meine Aufgabe in Indonesien nicht fortsetzen. Daher möchte ich dem ganzen Team von Niekao an dieser Stelle meinen besonderen Dank für die kostenlose Bereitstellung der Materialien aussprechen.

Es gibt noch etwas Neues, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Tags: Lombok Grundschule Unterrichtsmaterial Freiarbeit, Schlagwort hinzufügen Kategorien: Lernwelt, Lombok, Niekao Lernwelten, Schule, Übungsmaterial | 0 Kommentar »
Donnerstag, den 27. August 2009
Meine Zeit mit den Kindern der Oase war wunderbar und ich habe gespürt, dass ich in Indonesien einiges bewegen kann und will. Tolle Menschen begleiten mich dabei dabei. So zog es mich weiter in ein traditionelles Sasakdorf, das ich seit 1992 kenne.
Bei meinem ersten Besuch 1992 gab es in dem Dorf kein Wasser und keinen Strom. Die Dorfbewohner mussten ca. 6 km weit laufen, um sich zu waschen.
Einmal in der Woche nahmen die Bewohner diesen Fußmarsch auf sich, und wenn sie zu Hause ankamen, waren sie wieder staubig. Bei meinem letzten Besuch 1994 hatte das Dorf einen Wasseranschluss bekommen. Es gab einen Waschraum für Männer und Frauen. In dem Waschraum der Frauen entdeckte ich damals einen Luffaschwamm und erkundigte mich, wo man den kaufen könne. So fragt halt jemand, der den Luffaschwamm in Deutschland im Reformhaus kauft. Zu meinem Erstaunen erfuhr ich, dass die Luffaschwämme hier auf Bäumen wachsen, und sofort kletterten Menschen auf einen Baum, und ich konnte mich vor Luffageschenken kaum retten.
In dem Dorf gab es damals kein Geschäft und keine Schule. Nur wenige Kinder besuchten eine Schule, da sie sehr weit laufen mussten. Das Faszinierende für mich war die Sauberkeit in dem Dorf. Es lag kein Abfall herum, was hier sehr ungewöhnlich ist.
Letzte Woche besuchte ich das Dorf nach fünfzehn Jahren wieder.
Außerhalb des Dorfes hat sich einiges verändert. Es gibt einen sehr einladenden großen Vorplatz und eine Schule. Im Dorf selbst ist alles so geblieben, wie ich es von früher kannte. Zu meinem Erstaunen erkannten mich einige Menschen und erinnerten sich, dass ich damals immer Shampoo mitgebracht hatte. Das hatte ich natürlich auch diesmal wieder im Gepäck, und es war sehr berührend zu erleben, wie sich die Kinder über ein Tütchen Shampoo freuten. Ich konnte beobachten, wie alle sehr darauf achteten, dass alles gerecht verteilt wurde. Es gab keinen Zank und Streit. Neid und Missgunst scheint es in dem Dorf nicht zu geben.
Gegen Ende meines Besuches schaute ich mir die Schule an. Sie wurde von Holländern gesponsert und sieht aus wie alle Schulen hier. Ein lang gezogenes Gebäude mit Tafel, braunen Tischen und Stühlen, sowie einem Bücherschrank in den Klassen.
Zu Hause angekommen hatte ich die Idee, der Schule Materialien von Niekao zu schenken. In einem Internetcafe druckte ich die „Plättchen in der Hand“ aus und laminierte sie in einem Laden.
Fünf Tage später hatte ich wieder die Gelegenheit, ins Dorf zu fahren.
Dieses Mal erlebte ich etwas ganz Besonderes - eine traditionelle Sasaktaufe und wurde Taufpatin des 5 Tage alten Mädchens Hikma. Es war ein sehr ergreifender Moment für mich, dieses neu geborene Menschenkind während der Zeremonie in den Armen zu halten. Hikma bekam aus einem Naturstoff einen braunen Punkt auf Stirn und Hals zum Schutz vor bösen Geistern, damit sie in ihrem irdischen Leben nicht gestört werde.
Nach einem köstlichen Essen, das alle Frauen des Dorfes gekocht hatten, war es wieder Zeit, Geschenke zu verteilen. Ein Kind benutzte das Shampoo als Haarstyling, ein anderes verwechselte die Seife mit einer Süßigkeit und biss hinein. Ich kam nicht auf die Idee, die Anwendung von Shampoo und Seife zu erläutern.
Die „Plättchen in der Hand“ von Niekao waren der Hit. Erwachsene wie Kinder erfreuten sich, die fehlenden Plättchen zu ergänzen. Mangels roter Plättchen benutzten wir Steine als konkretes Material. Es war faszinierend wie schnell und ohne Erklärung das Prinzip der Selbstkontrolle, das ja ein elementares Montessoriprinzip ist, von allen begriffen und angewandt wurde.
Mögen euch die Fotos in eine Welt ohne technischen Fortschritt, aber in eine Welt glücklicher Menschen einladen.
 
Liebe Grüße
eure
Gabriela
Tags: Indonesien Montessori Grundschule, Schlagwort hinzufügen Kategorien: Grundschule, Lombok, Material, Niekao Lernwelten, Schule | 4 Kommentare »
Donnerstag, den 26. Februar 2009
Chronische Erschöpfung, Magenbeschwerden oder Tinnitus, - nicht einmal jeder zehnte Pädagoge erreicht die gesetzliche Altersgrenze.
Die Gründe liegen auf der Hand.
Die Schülerschaft unterliegt einem Wandel. Konzentrationsleistungen und Disziplin fallen den Kindern schwerer, Konflikte unter den Schülern nehmen zu. Zeugnisse, Konferenzen, Schulprogrammarbeit, die saisonalen und auch alltäglichen Mehrbelastungen steigen stetig und kontinuierlich an. Zugleich wird das Anspruchsdenken von außen immer größer. Wir Lehrer arbeiten auf einer öffentlichen Plattform. Rechtfertigungsdruck und anwachsende Erziehungsaufgaben gehen Hand in Hand mit Sparmaßnahmen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Und als ob das nicht genug wäre, entspricht die Anerkennung unseres Berufes in der Gesellschaft weder unserem Einsatz noch unserem Ausbildungsstand.
Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Idee der Niekao Lernwelten. Aus der Praxis erwachsen und für Sie aufbereitet, möchten wir Ihnen ein Instrumentarium an die Hand geben, welches das Lehrerdasein erleichtern und Ihre Stressbelastung mindern soll.
Mit unseren Rubriken „Förderung bei Lernstörungen“, “Rechenschwäche” und “Konzentration” reagieren wir auf die sich wandelnden Anforderungen an einen sinnvollen Förderunterricht.
In unserer Rubrik „Organisation des Alltags“ sammeln wir Arbeiten, die im Alltag immer wieder anfallen und dennoch nicht immer wieder neu erfunden werden müssen. Zurzeit entsteht ein großes Paket rund um die Organisation von Klassenfahrten.
Über unser stetig wachsendes Materialangebot für die Freiarbeit möchten wir Sie ermutigen, sich tägliche Freiräume zu schaffen. Indem Sie das Festigen und Trainieren von Lerninhalten über motivierendes und individualisierendes Unterrichtsmaterial organisieren, gewinnen Sie echte Zeit für sich und Ihre Kinder. Zeit für die Lernbeobachtung und Erfolgskontrolle, Zeit zur Lösung von Konflikten und für die Einzelförderung.
Für den fachfremden Unterricht in den Fächern Kunst und in Kürze auch Musik, erstellen wir umfangreiche Arbeitsblattsammlungen, die Ihnen lange Planungs- und Vorbereitungszeiten ersparen sollen.
Wir können die Schullandschaft nicht verändern. Unsere Einflussmöglichkeiten enden da, wo Schulhierarchien Gestaltungsspielräume begrenzen, wo Bürokratie über Erziehung steht, wo Sparmaßnahmen und Lärmbelästigung von bis zu 90 Dezibel in Turnhallen und Pausenhallen an den Nerven zerren.
Doch wir haben die Hoffnung, eine Idee in die Schulen zu tragen, die nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrenden mit ihren Befindlichkeiten und Belastungen in den Fokus nimmt. Es ist die Idee einer Lernwelt, in der LehrerInnen mit Freude entspannt arbeiten und gesund altern.
Tags: Organisation des Alltags, Stress, Unterrichtsvorbereitung Kategorien: Freiarbeit, Förderbänder, Grundschule, Lernstörungen, Lernwelt, Material, Niekao Lernwelten, Schule, Übungsmaterial | 1 Kommentar »
Freitag, den 23. Mai 2008
Jedes Kind hat 9 Wasserbomben und einen kleinen Luftballon bekommen. Bei 23 Kindern können Sie sich vorstellen, wie viele Ballons mein armer Gatte aufgepumpt hat. :O)
Hier ein Tipp: Geben Sie den Kindern die Ballons am Vortag mit nach Hause. Dann können sie mit ihren Eltern die Ballons aufblasen und verknoten. Das ist echt schlauer…
In Partnerarbeit haben die Kinder am nächsten Tag aus den Ballons ihre Nanas mit Krepppapier zusammengeklebt. Die Nanas entstanden nacheinander, denn schließlich musste immer ein Kind die Ballons halten damit das andere Kind die Ballons mit Kreppband zusammenkleben konnte.
Die Arme und Beine unserer Nanas bestehen aus je zwei Wasserbomben. Auch der Kopf ist eine Wasserbombe. Da der Bauch etwas größer sein soll, haben wir für diesen Körperteil einen Luftballon gewählt. Schon jetzt haben wir einen Rundholzstab an den Körper geklebt, der in einen Blumentopf gesteckt wurde. So konnte unsere Nana von Anfang an sicher stehen.

Da die Ballons schnell ihre Luft verlieren, haben wir direkt am Folgetag mit dem Verkleistern begonnen. Man kann einen Nanakörper auch aus Zeitungspapierkugeln verkleben. Dann hat man alle Zeit der Welt, allerdings wird der Körper nicht so herrlich rund.
Schon vor der ersten Kleisterschicht haben wir den Nanas mit Kreppband Brüste aus Eierkartons aufgeklebt. Erst dann haben wir sie mit Kleister eingestrichen und Zeitungsschnipsel auf dem Körper verklebt. Damit der Körper später robust ist und auch was aushält, haben wir mindestens fünf Schichten Zeitungspapier aufgekleistert. Je mehr Schichten aufgetragen werden, umso besser wird die Skulptur.

Die Kinder waren ganze vier Schulstunden beschäftigt und haben sich gegenseitig geholfen. Die letzten Schichten bestanden aus Küchenpapier. So hatte die Nana einen weißen Körper. Der musste eine ganze Woche trocknen.
Dann konnten wir mit der Bemalung beginnen. Wir haben mit Abtönfarben aus dem Baumarkt gearbeitet. Die lassen sich auch wunderbar mischen. Zuerst haben wir Arme, Beine und Kopf bemalt.
Den Bauch haben wir für den „Badeanzug“ freigelassen. An einem weiteren Tag haben wir den Badeanzug mit einem weichen Bleistift vorgezeichnet und dann farbig ausgemalt.
 
Abschließend haben wir auch die Töpfe bemalt und unsere Skulpturen mit Stoffblumen und Glitzersteinen weiter verziert.
Und das sind sie, unsere Nanas!

Tags: Kunst, Kunstbetrachtung, Kunstunterricht, Niki de Saint Phalle, Pappmaché, plastisches Gestalten, Projekt Kategorien: Grundschule, Kunst, Lesen, Niekao Lernwelten, Schule, werkstattarbeit | 10 Kommentare »
Samstag, den 19. April 2008
Neues aus dem Bereich Rechtschreiben in der Grundschule ab Klasse 2 oder für den Einsatz im Förderunterricht.
Im Mittelpunkt des neuen Übungspaketes für die Rechtschreibung stehen 12 Übungsformen zum langen “ie”. Ich selbst habe das Übungsmaterial zur Rechtschreibung des langen “ie” in meiner Grundschule zur Mitte des zweiten Halbjahres in den Klassen 3 und zur Wiederholung und Übung im Förderunterricht der Klasse 4 bereits erfolgreich eingesetzt.
Auch diese Rechtschreibwerktatt eignet sich sehr gut für die Differenzierung im Deutschunterricht, da sämtliche Rechtschreibübungen selbsterklärend sind und eine Selbstkontrolle beinhalten. Schnell lernende Schüler beschäftigen sich mit den Angeboten, bis der Rest der Klasse soweit ist. Mit den langsamer lernenden Schülern arbeite ich vorwiegend im Förderunterricht in den Werkstätten und begleite ihren Lernprozess dabei.
Auch diese Übungen für die Rechtschreibung sollen die Kinder dazu anleiten, sich hörend, denkend und hinterfragend mit Rechtschreibung auseinanderzusetzen. Die Rechtschreibübungen zum langem “ie” orientieren sich an den unterschiedlichen Lerntypen in der Grundschule ab Klasse 3.

Tags: Deutschunterricht, Förderunterricht, Grundschule, Rechtschreibung, Übungsmaterial Kategorien: Freiarbeit, Förderunterricht Deutsch, Grundschule, Rechtschreibung, Schule, Selbstkontrolle, werkstattarbeit, Übungsmaterial | 2 Kommentare »
Donnerstag, den 10. April 2008
Im Fokus erschien nunmehr ein Artikel über die „Verfassungsmäßigkeit“ von Kopfnoten. Demnach wären Kopfnoten vefassungskonform, wenn diese mündlich geäußert werden, bei Eintrag in das Zeugnis sieht dies anders aus.
Ich möchte das Thema in meinem Artikel einmal von einer anderen Perspektive aus betrachten und zwar aus der Perspektive, was Kopfnoten bringen könnten, wenn Sie denn richtig eingesetzt würden.
Vorab, in den Siebzigern gehörte ich zu jenen, die nicht Lehrers Liebling waren und eine Beton-Fünf in „Betragen“, „Ordnung“ und „Aufmerksamkeit“ hatten.
Die heutigen Kopfnoten sind unterteilt in die zwei Blöcke „Arbeitsverhalten“ und „Sozialverhalten“. Unter Arbeitsverhalten fallen Kriterien, wie Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Selbstständigkeit. Unter Sozialverhalten fallen die Kriterien „Verantwortungsbereitschaft“, „Konfliktverhalten“ und „Kooperationsfähigkeit“. Dann gibt es je nach Duktus für jedes Kriterium noch zahlreiche mögliche Messpunkte.
Wenn ich persönlich nunmehr über alle Messpunkte die volle Punktzahl erhielte, wäre ich bezogen auf mein Konfliktverhalten ein Mensch, der sich an die Regeln hält, sich mit anderen Meinungen sachlich auseinander setzt, keinen wegen seiner Meinung verteufelt oder anprangert, die Individualität anderer anerkennt und bereit ist, für das gemeinsame Ziel auch mal zurückzutreten. Dabei würde ich meine Motivation beibehalten und engagiert mitarbeiten. Ich würde konzentriert bleiben, auch ungeliebte Arbeiten verantwortungsbewusst übernehmen und sämtliche Zusagen einhalten. Ich wäre in der Lage, kritisch meine Arbeitsleistung und –haltung zu reflektieren, die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen, zu Lernen und Gelerntes mit anderen zu teilen oder an diese weiterzugeben.
Mal ehrlich, wer würde mich nicht gerne als Kollegen haben?
Sämtliche oben angeführten Eigenschaften oder Potentiale sind m.E. sowohl für den Einzelnen als auch für die Gruppe, die Familie oder das Unternehmen von unschätzbarem Wert. Soweit so gut.
Ich habe allerdings auch von Messpunkten gesprochen und zwar mit voller Absicht. Als Berater habe ich es häufig mit Steuer- und Regelkreisen zu tun - nicht im technischen, sondern im organisatorischen Bereich. Und hier gilt, ich kann nur messen, was umsetzbar, bzw. eben da ist.
Ein einfaches Bild. Die Leistung einer Bierflaschenabfüllstation kann man in Stück oder Liter messen, in diesem Zusammenhang cm, km oder Tonnen als Messgröße zu nutzen, käme keinem vernunftbegabten Menschen in den Sinn.
Übertragen auf die Schule bedeutet dies, dass Lehrer nur das messen können, was sie ihrer Klasse auch vorleben und vermitteln können. Wenn Sozialverhalten gemessen werden soll, bedarf es notwendiger Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, in denen sich soziales Verhalten lernen und leben lässt. Es bedarf kleinerer Lerngruppen und größerer Zeitfenster um Probleme aufzuarbeiten. Wie sollen Lehrer die Konfliktfähigkeit ihrer Kinder schulen oder die Verantwortungsbereitschaft der Schüler messen, wenn sie im 45-Minuten Rhythmus von Klasse zu Klasse hetzen? Wie soll die Kooperationsfähigkeit beurteilt werden, wenn für Team- oder Projektarbeit keine Zeit zur Verfügung steht, weil die Stofffülle eine frontale Unterrichtsorganisation praktikabler erscheinen lässt, oder die Kollegen weder Raum noch Zeit vorfinden, um langfristig miteinander zu planen?
Kopfnoten machen theoretisch einen Sinn. Sie bieten sowohl Lehrern, Schülern als auch Eltern wichtige Hinweise auf soziale Reserven und individuelle Entwicklungspotentiale. Solange Verwaltung und insbesondere Politik aber nicht in der Lage sind, einen Unterricht zu ermöglichen, der diese Potentiale entwickelt und fördert, bleibt jede Benotung eine sinnlose Farce.
Udo Kiel
Tags: Kopfnoten, Schulpolitik Kategorien: Kopfnoten, Lernwelt, Schule | 0 Kommentar »
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