Überlegen Sie mal selbst – wann sind Sie persönlich bereit sich anzustrengen, wann sind Sie motiviert und wie wirkt sich Erfolg auf ihr Selbstbewusstsein aus. Gut – manche werden jetzt sagen, wenn das Geld oder die Provision stimmt, wenn Karriere und Aufstieg winkt oder wenn man einen “Orden” bekommt. Egal was Sie antworten – beantworten Sie die Frage aus Sicht ihres Kindes.

Lernen kann Spaß machen – Lernen sollte vielleicht auch Spaß machen – Lernen bedeutet aber auch immer wieder die Bereitschaft sich anzustrengen, mehr aus sich heraus zu holen – das Lernen selbst als Bereicherung zu erfahren. Treiber für das Lernen an sich, ist die Motivation in unserem Sinne die Lernmotivation

Die Formel der Lernmotivation lautet in unseren Lernwelten daher:

L(m) = L(p) – L(u)

L(m) die Motivation zum Lernen ist damit abhängig von dem eigenen Potentialen (Fleiß, Interesse, Freude, Ehrgeiz, Kenntnis…) in Bezug auf die Umweltaspekte – also reichen alle meine Ressourcen aus, um auch bei “ungünstigen” Umweltbedingungen erfolgreich sein zu können. Bereits unsere Kinder wägen ab, ob sich eine bestimmte Anstrengung “lohnt” – genauso wie Sie es auch alltäglich tun. Bei unseren Kindern, muss sich “lohnen” allerdings nicht zwangsläufig in € wiederspiegeln. Wichtig ist vielmehr das Lob. Ernstgemeintes Lob – verdientes Lob macht glücklich – selbst uns Erwachsene ist ein ernstgemeintes und verdientes Lob manchmal mehr wert, als eine Gratifikation. Also “LOBEN” Sie – allerdings nicht was das “Zeug hält”, sondern gezielt und beachten Sie dabei folgende Grundregeln:

  • Loben Sie ehrlich; Nur mal so ein “Schön gemacht” oder das ist aber “Nett” bringt nichts bzw. verpufft selbst bei kleinen Kindern nach dem dritten oder vierten Mal.
  • Loben Sie nur dann, wenn sich etwas verbessert hat oder/ und wenn es sich wirklich angestrengt hat.
  • Loben Sie nicht willkürlich sondern folgen ihrer eigenen Maßstab – den Sie ihr Kind vorleben; es hat nur wenig Sinn das Kind für selektives Fernsehen zu loben, wenn Sie selbst sich jeden Soap genüsslich bis weit nach Mitternacht ansehen. Seien Sie ein Vorbild für die Maßstäbe, die Sie an ihr Kind stellen.
  • Loben Sie, wenn sich ihr Kind wirklich angestrengt hat – unabhängig vom Resultat! – Nichts ist frustrierender, als vergebliche Anstrengung für deren Ergebnis man auch noch “bestraft” wird – also dann schon wenigstens für die “Leistungsbereitschaft” loben.
  • Warten Sie nicht mit ihren Lob – wenn was “lobenswertes” geschieht loben sie schnell und kontextbezogen. Mit der “Tat” und dem “Lob” bildet sich schneller eine positiv besetzte “Haltung ” gegenüber dem “Lernen” an sich aus.
  • Fragen Sie ihr Kind mal, warum es sich für etwas besonders anstrengt, was sein persönliches Ziel ist. Mit solchen Informationen können sie noch gezielter Loben, denn ein solches Lob, macht das Verhältnis von Anstrengung und Ergebnis für das Kind noch deutlicher und transparenter.
  • Lob ist der Turbotreibstoff für die Lernmotivation – allerdings gilt es diesen wohldosiert einzusetzen. Das Maß zwischen zu viel und zu wenig ist verdammt eng – Tendenziell lieber mal ein wenig zu viel als zu wenig – letztendlich entscheidet die “Qualität” des Lobs.

Bitte beachten Sie die folgende Kleinigkeit noch:

Kinder sind bis zum 12.ten Lebensjahr nicht bzw. nur bedingt in der Lage “aus Fehlern zu lernen”, das zumindest legt eine aktuelle Studie nahe. Es macht also keinen Sinn, wie der Teufel auf dem Fehler rumzureiten und Kinder für “Misserfolg” zu tadeln. Nutzen Sie die Zeit lieber, um die Sache zu üben und den Fortschritt zu loben. Machen wir das vielleicht einmal deutlicher am Beispiel “Fahrrad fahren”. Ihnen ist klar – vielleicht weil sie sich selber noch dran erinnern – es ist nicht einfach ohne Stützräder zu fahren. Also in diesem Falle loben Sie ihr Kind, wenn es 5 Meter fährt und dann für die nächsten 5 weiteren Meter (also dann wenn es 10 Meter fährt), wenn ihr Kind fällt, heben Sie es auf und verkneifen Sie sich den Satz:

“Also ich in deinem Alter, bin schon um den ganzen Block gefahren und zwar freihändig und stehend auf der Lenksäule”

Sie brauchen sich nicht zu wundern, wenn:

Ihr Kind Sie auffordert das zu beweisen -> ich wünsch ihnen “Hals und Beinbruch”

Ihr Kind nie wieder mit Ihnen das Fahrrad fahren übern will; auch nicht immer das Schlechteste

Ihr Kind ihren Ehepartner davon überzeugt, dass es Zeit wird sich nach einem passenden Lebensabschnittspartner umzuschauen.

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Aus Fehlern lernen Kinder nicht

Focus_Checkliste-aufrichtig-lobenl

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