Ob Studium, Alltag oder Büro – ein Leben ohne Internet ist heutzutage fast undenkbar. Auch Kinder kommen inzwischen immer früher mit der virtuellen Welt in Berührung: Sei es, um Informationen für Hausaufgaben zu recherchieren, in Kontakt mit Freunden und Verwandten in anderen Städten zu bleiben oder Lernspiele in Angriff zu nehmen. Umso wichtiger wird es, den Mädchen und Jungen den richtigen Umgang mit dem Internet zu erklären und verständlich zu machen.

 

Tag der Internetsicherheit

Den meisten Kindern ist nicht klar, wie viele Daten sie vor allem in sozialen Netzwerken preisgeben und welche Folgen dies haben kann. Cybermobbing ist nur eine von ihnen. Der jährlich von der Europäischen Kommission abgehaltene internationale Safer Internet Day soll Schülerinnen und Schüler mithilfe von Veranstaltungen und Aktionen für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Der nächste Safer Internet Day findet am 5. Februar 2013 statt. Doch auch Mütter und Väter können Zuhause ihren Kindern ein paar wesentliche Regeln mit auf den Weg geben.

Nicht für die Öffentlichkeit

Großes Potential für Cybermobbing bieten Profile in sozialen Netzwerken. Gerade hier lohnt es sich einen Blick darauf zu haben, dass sämtliche Privateinstellungen aktiviert sind und die Daten nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Nur so werden Fremden und Tätern nicht Tür und Tor zu sensiblen Daten wie E-Mailadresse, Handynummer oder Festnetzanschluss geöffnet. Auch sollten Eltern zusammen mit ihren Kindern noch einmal die Sicherheit des Passworts überprüfen und nachschauen, ob es wirklich nötig ist, dass Wohnort, Alter oder Anschrift für die Registrierung angegeben werden müssen. Der Aliasname sowie sonstige Kontaktdaten sollten nur an Freunde und nicht an jede x-beliebige Person weitergebeben werden. Je weniger die Täter über mögliche Cybermobbingopfer in Erfahrung bringen können, umso weniger Angriffsmöglichkeiten bieten sich ihnen. Eltern sollten Kindern zudem klar machen, dass sie Freundschaftsanfragen genau überprüfen und zweifelhafte Profile meiden sollten. Zusätzlich sollten sie ihnen verdeutlichen, dass es nicht in Ordnung ist, von anderen ohne deren Erlaubnis ein Bild in einem Portal einzustellen. Schließlich wollen sie selbst auch nicht, dass ein peinliches Foto von ihnen veröffentlicht wird.

Oft Lug und Betrug

Den Mädchen und Jungen sollte bewusst gemacht werden, dass nicht alles, was im Internet zu finden ist, auch der Wahrheit entspricht. Gerne wird ein Teil der Geschichte weggelassen oder auch mal etwas hinzugedichtet. Kinder sollten lernen zu unterscheiden, was wahr und was falsch ist. Nicht hinter jeder Chatbekanntschaft verbirgt sich auch wirklich der süße 13-Jährige von der Nachbarschule. Es sollten klare Regeln festgelegt werden, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Eltern sollten regelmäßig den Überblick darüber haben, welche Seiten ihre Kinder häufig besuchen. Aber Achtung: Heimliches Stöbern im Browserverlauf zerstört nur das Vertrauensverhältnis! Ein offenes Gespräch wirkt dagegen viel effizienter.

Gemeinsames entdecken

Auf keinen Fall sollten Eltern aber ihren Kindern Angst vor dem Internet machen! Stattdessen sollten sie mit Spaß die fremde Welt entdecken. Nur so lernen sie die Schattenseiten aber auch die Vorteile des World Wide Web kennen. Machen sich die Mädchen und Jungen hingegen allein auf, die Abermillionen Seiten zu erforschen, stoßen sie ungefiltert und ohne hilfreiche Erklärungen auch auf dubiose Angebote. Um zu verhindern, dass Kinder versehentlich auf Seiten mit gewaltverherrlichendem, pornografischem oder ausländerfeindlichem Inhalt gelangen, werden inzwischen zahlreiche Programme im Internet angeboten, die quasi als Kindersicherung funktionieren. Bestimmte Seiten können nicht mehr angesteuert werden. Bei einigen Programmen kann auch bestimmt werden, an welchen Wochentagen und wie lange die Kinder surfen dürfen. Generell sollten Eltern mit ihren Kindern feste Zeitgrenzen festsetzen. Auch kindgerechte Suchmaschinen wie www. blinde-kuh.de (gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) schränken bereits vorab die Anzeigemöglichkeiten ein.

Aufklärung an erster Stelle

Lehrern bietet sich die Möglichkeit, an Schulen bestimmte Workshops zum Thema Cybermobbing durchzuführen oder z. B. Polizeibeamte über die Risiken des Internets und die Folgen für Täter referieren zu lassen. Erst recht durch Aufklärung können viele Pädagogen verhindern, dass Schülerinnen und Schüler im Netz gemobbt werden. Denn je mehr Rückhalt das Opfer in der Klasse verspürt, desto weniger Lust verspüren Täter es weiter zu drangsalieren. In konkreten Fällen von Cybermobbing sollten Lehrer die Schulleitung sowie die Eltern informieren, eventuell auch einen Jugendsachbearbeiter der Polizei. Im Unterricht sollten die Aktivitäten, für die das Internet miteinbezogen wird, immer auf das Alter der Schüler abgestimmt werden. Außerdem ist es ratsam, den Kindern von Anfang an die richtigen Verhaltensregeln im Netz, die sogenannte Netiquette, richtig beizubringen. Jeder Lehrer sollte vor Unterrichtsbeginn den Umgang mit Handys festlegen (z. B. ein striktes Verbot) und den Kindern die Konsequenzen deutlich machen.

Der nächste Beitrag beschäftigt sich mit den Tätern von Cybermobbing.

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