Ich weiß nicht mehr genau, ob meine Eltern oder Verwandten mir damit gedroht haben, ich meinen Kindern damit drohte oder ich nur unzählige Male folgenden Satz vernommen habe:

Nun fängt der Ernst des Lebens an!

Entschuldigung – meinen wir das wirklich so, stehen wir ernsthaft hinter der Annahme, dass mit der “Einschulung” nun aber doch und unwiederbringlich der “Ernst des Lebens” anfängt. Was fängt ein 5-6 jähriger Stöpsel mit solch einer Information an? Versetzten Sie sich nur einmal kurz in diese Situation.

Als Kind schauen sie auf und blicken in die ernsten Augen irgendeines Erwachsenen – mit einer Stockhöhe 1,80 (+/- 10 cm) und vernehmen eine brummielige Stimme:

Nun ist aber endgültig Sense mit dem Spielen – du gehst jetzt in die Schule und damit fängt für dich der Ernst des Lebens an

Ich denke, das war es dann mit der Freude auf die Schule. Dabei brauchen die Kinder gerade jetzt Sicherheit und Bestätigung, das mit dem neuen Lebensabschnitt auch eine Menge neuer toller Dinge auf sie warten. Stellen Sie sich einmal vor – noch vor der Aufnahme ihres neuen Jobs hören Sie von allen Seiten: Jetzt ist Schluss mit Lustig – da lernst du aber arbeiten, die lassen dich stramm stehen und zu lachen gibt es dort garantiert Nichts! Wenn Sie nicht mit weichen Knien zu der neuen Arbeit hingehen würden, dann tät mich das wundern!

Also machen Sie sich deutlich, dass die Einschulung ein besonderer Tag für ihr Kind ist. Es geht zu Schule, es wird mit anderen Kindern 5-6 Stunden täglich lernen dürfen, es trifft neue Menschen und erlebt 1000 neue Herausforderungen. Ist ihr Kind ein Entdeckerkind – nutzen sie diese Neugierde! Ist ihr Kind ein “Zögerer und Zauderer” – bereiten Sie es gründlich vor, packen Sie gemeinsam die Schulsachen, lassen Sie ihr Kind die Sachen ausprobieren, nehmen Sie ihr Kind mit zum Einkaufen der Schulsachen und “inszenieren” ein Fest. Ist ihr Kind eine “coole Socke” schauen Sie zweimal nach, ob hinter der Fassade nicht doch eine gehörige Portion Angst steckt.

Häufig spiegeln Kinder in diesem Alter, die Freude, Sorgen und Ängste ihrer Eltern wieder. Trotz all ihrer eigenen Befürchtungen und verständlichen Ängste – Sie sind die Erwachsenen und haben die Verantwortung und Pflicht, ihren Kindern in dieser besonderen Situation die Angst zu nehmen. Diese Angst sitzt bei Vielen von uns sehr tief – doch erinnern wir uns – Schule ist nur ein Teil des Lebens und nicht das Leben!

Angst und Stress sind Garanten dafür, dass ihr Kind nicht lernt! Also hinterfragen Sie ihre Haltung kritisch und ermöglichen ihren Kind damit einen “unbelasteten” Start in den neuen Lebensabschnitt.

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