Hier nun der versprochene Selbsttest „Stress“. Grundlage für diesen Fragebogen ist ein Stresstest der Bundesanstalt f. Arbeitsschutz und Unfallforschung (baua). Einige Fragen habe ich einfach für das Arbeitssystem „Schule“ präzisiert. Also, aus „Kunden“ wurden Schüler und Eltern oder aus „Dienstreisen“ wurde Vor- und Nacharbeiten zu Hause usw.

In der Schule gehört es zu den Aufgaben der Schulleitung, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass erhöhte Belastungen nicht auftreten und Dauerstress vermieden wird. Dazu sollte in regelmäßigen Abständen eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen vorgenommen werden. Mehr noch, die Gefährdungs- und Belastungsanalyse ist gesetzlich vorgeschrieben und soweit ich weiß – gilt dieses Gesetz auch für das Arbeitssystem Schule.

Aus der Statistik des IAB/BiBB ist ersichtlich, dass die Fehlforderung seit Jahrzehnten bei über 50% lag und im Verlauf der letzten 2 Jahrzehnte stetig gestiegen ist. Also jeder zweite Beschäftigte in Deutschland ist nicht gemäß seiner Qualifikation und Leistungsfähigkeit optimal gefordert und gefördert. Das macht Stress und dieser kleine Fragebogen hilft dabei, das eigene Arbeitssystem einmal individuell und subjektiv zu beurteilen.  Somit ist der Fragebogen ein einfaches Grobanalyseinstrument für den Laien.

Anleitung zum Fragebogen

Gehen Sie bitte den Fragebogen durch. Prüfen Sie, wieweit die Aussagen auf Sie, Ihre Gewohnheiten und die Bedingungen, unter denen Sie leben, zutreffen. Entscheiden Sie, wie häufig die Situation bei Ihnen auftritt und wie unangenehm sie Ihnen ist. Setzen Sie ein Kreuz in die entsprechenden Kästchen und multiplizieren Sie Werte für Häufigkeit und Bewertung miteinander. Tragen Sie das Produkt in die Spalte Ergebnis ein. Wiederholen Sie Ihre Selbstanalyse nach einigen Wochen und vergleichen Sie die Ergebnisse.

Die Ursprungsautoren haben als Auswertungshilfe lediglich den Satz angeführt – Je höher die Punktzahl umso gefährdeter die Person -. Ich finde das eigentlich ein wenig zu „schlaff“. Darum hier meine Interpretationshilfe:

  1. Maximal Punktzahl (25 *9) = 225 Pkt.
  2. Sehr hohe akute Gefährdung > 150 oder mehr als 8 Wertungen mit der Höchstpunktzahl (9)
  3. Starke Gefährdung mehr als 100 weniger als 150 Gesamtpunkte oder mehr als 5 Wertungen mit der Höchstpunktzahl (9)
  4. Gefährdung mehr als 50 Punkte UND mindestens 3 Wertungen mit der Höchstpunktzahl (9)

Erst unterhalb einer Punktzahl von 50 würde ich von einer geringen bis keine Gefährdung ausgehen. Natürlich sind Aspekte, wie Dauer der Belastung oder auch bereits vorliegende gesundheitliche Einschränkungen zu beachten. Belastungen können relativ objektiv bewertet werden – hingegen sind Beanspruchungen zumeist abhängig von der individuellen Konstitution. Das heißt, was die Kollegen noch als moderate Belastung empfinden, kann für Einzelne, aufgrund gesundheitlicher, mentaler, familiärer (…) Bedingungen bereits ein ausgeprägter Stressfaktor sein. Sind die Ergebnisse bedenklich, empfiehlt es sich, Fachleute, z.B. den Betriebsarzt oder auch den Personalrat, hinzuzuziehen. Allerdings hilft letztendlich wirklich nur, dass man etwas an den Rahmenbedingungen ändert. Das ist eine Aufgabe des gesamten Kollegiums und der Schulleitung. In einem der nächsten Blogbeiträge werde ich mal versuchen einen „Reife-Test“ für die Organisation Schule zu finden bzw. einen geläufigen Test an das Arbeitssystem Schule anpassen. Hier noch mal der Link zum Stresstest

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